Umfrage: Menschen verlieren zunehmend Vertrauen in die EU

Umfrage: Menschen verlieren zunehmend Vertrauen in die EU

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Pew Research Center. Sie stützt sich auf eine aus dem März datierende Befragung von 7600 Bürgern aus acht EU-Staaten. Als einen Lichtblick stellen die Autoren das Vertrauen in den Euro heraus, an dem mehr als 60 Prozent der Befragten festhalten wollen.

Eine positive Haltung zur Europäischen Union äußerten dagegen nur noch 45 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Zustimmungsquote noch 60 Prozent. Für eine Spaltung sorgt der Erhebung nach insbesondere die Sparpolitik in Europa. "Insgesamt unterstreicht die Umfrage 2013 deutlicher als je zuvor die unterschiedlichen Ansichten der Deutschen und der anderen Europäer", resümieren die Autoren. Sie stellen vor allem eine tiefere Kluft zwischen der öffentlichen Meinung in Deutschland und Frankreich fest. "Die Franzosen haben mittlerweile weniger Vertrauen in die Institution der Europäischen Union als die Italiener oder die Spanier."

Während in Deutschland drei Viertel (2007: 63 Prozent) der Befragten die wirtschaftlichen Bedingungen als gut beschrieben, waren es in Spanien nur noch vier (65) Prozent. In Großbritannien gab es einen Einbruch ähnlichen Ausmaßes.

Das Vertrauen in die eigene Regierung ist laut der Umfrage in Frankreich und den südeuropäischen Krisenländern zurückgegangen. Dagegen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein positives Image. Entgegen der scharfen Kritik an Merkels Sparkurs in vielen EU-Staaten attestieren ihr 74 Prozent der befragten Deutschen, dass sie in der Krise gute Arbeit leiste. Im vergangenen Jahr waren es allerdings noch 80 Prozent.

Österreicher vertrauen Euro wieder mehr

Das Vertrauen der Österreicher in den Euro ist seit Herbst 2012 deutlich gestiegen. Nun haben wieder 51 Prozent Vertrauen in die Gemeinschaftswährung, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hervor. 48 Prozent sind hingegen skeptisch. Außerdem erwarten zwei Drittel der Befragten, dass der Euro langfristig als gemeinsame Währung Bestand haben wird, schreibt ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt in einer Aussendung. Im Herbst seien noch 60 Prozent skeptisch gewesen.

Auch wenn nun wieder eine Mehrheit dem Euro positiv gegenübersteht, sei die Vertrauenskrise bei weitem nicht entschärft. Das Misstrauen von fast der Hälfte der Bevölkerung "sollte als ein Signal an die Politik verstanden werden, noch aktiver auf diese Herausforderungen zu reagieren und gleichzeitig aktuelle Entwicklungen stärker zu kommunizieren", wünscht sich Schmidt.

Laut Umfrage, die die Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft (SWS) im April im Auftrag der ÖGfE unter 594 erwachsenen Österreichern durchgeführt hat, haben 11 Prozent "sehr großes" und 40 Prozent "großes" Vertrauen in den Euro an. Das sind in Summe 13 Prozentpunkte mehr mit Vertrauen als im September/Oktober 2012. Im Gegenzug haben 31 Prozent "eher geringes", 12 Prozent "sehr geringes" und 5 Prozent "überhaupt kein" Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. Zugleich gehen aber 20 Prozent der Befragten davon aus, dass der Euro "auf jeden Fall" Bestand hat, 46 Prozent rechnen "eher schon" damit. 25 Prozent glauben "eher nicht" und 4 Prozent "sicher nicht" an den langfristigen Fortbestand des Euro.

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