Nordkorea: Japan bereitet sich auf Raketenabschuss vor

Nordkorea: Japan bereitet sich auf Raketenabschuss vor

Japan rüstet sich für den möglichen Start einer Mittelstreckenrakete in Nordkorea. Verteidigungsminister Itsunori Onodera werde die Armee in Kürze anweisen, Vorbereitungen zu treffen, eine solche Rakete abzufangen, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag.

Sie berief sich dabei auf mehrere Regierungsquellen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Rakete auf Japan abgeschossen werde, ist nicht sehr hoch", wurde eine ungenannte Quelle zitiert. "Wir sollten aber für alle Eventualitäten vorbereitet sein."

Eine solche Anordnung gab es dem Bericht zufolge bisher dreimal – zum ersten Mal ergehe sie nun allerdings noch vor dem Start einer Rakete. Sie werde nicht öffentlich gemacht, um die Menschen in Japan nicht zu beunruhigen. Japan verfügt über seegestützte Abfangraketen auf Zerstörern.

Nordkoreas Militär hatte nach südkoreanischen Angaben am Freitag eine zweite Mittelstreckenrakete an die Ostküste des Landes verlegt . Die Raketen haben eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern und könnten Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Insel Guam im Pazifik treffen.

Südkorea weiter alarmiert

Vor dem Hintergrund der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben Südkorea und die USA ein für Mitte April in Washington geplantes Militärtreffen vertagt. Ein Sprecher des südkoreanischen Generalstabs sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, die Entscheidung zur Verschiebung des Treffens sei auf Wunsch Seouls "wegen der derzeitigen besonderen Lage unserer nationalen Verteidigung" getroffen worden.

Bei dem Treffen am 16. April wollten US-Generalstabschefs Martin Dempsey und sein südkoreanischer Kollege Jeong Seung-jo unter anderem ihre Vorgehensweise gegenüber Nordkorea koordinieren. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, Seoul befürchte während der Abwesenheit seines Generalstabschefs einen militärischen Übergriff seitens des Nordens.

Zuvor hatten die USA einen für kommende Woche im US-Bundesstaat Kalifornien geplanten Test einer ballistischen Interkontinentalrakete auf Mai verschoben. Ein Pentagon-Vertreter sagte AFP, US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe die Verschiebung angeordnet. Grund seien Befürchtungen, dass der Test "als Zeichen missverstanden werden könnte, dass wir die gegenwärtige Krise mit Nordkorea verschärfen wollen".

Nordkorea empfiehlt Hilfsorganisationen die Ausreise

Die nordkoreanische Regierung hat auch ausländischen Hilfsorganisationen nahe gelegt, das Land zu verlassen. Bei einem Treffen auf Einladung des Außenministeriums in Pjöngjang seien am Freitag nicht nur Diplomaten, sondern auch Vertreter internationaler Organisationen gebeten worden, eine Ausreise "ernsthaft zu prüfen", sagte der Programmmanager der Welthungerhilfe für Nordkorea, Gerhard Uhrmacher, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seine Organisation habe daraufhin die Projektarbeit eingeschränkt, wolle aber zunächst im Land bleiben.

"Wir haben die Feldbesuche, also die Fahrten in die Projekte im Land, zunächst einmal suspendiert", sagte Uhrmacher. "Wir wissen nicht ganz genau, was tatsächlich passieren könnte. Und darum möchten wir, dass unsere Leute zunächst in der Hauptstadt sind."

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