Merkel ertappt: "Richtig, die Eurokrise ist nicht vorbei"

Merkel ertappt: "Richtig, die Eurokrise ist nicht vorbei"

“Wir haben eine schwere Krise des Euro gehabt”, rief Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag auf dem Marktplatz in Lübeck ihren Anhängern zu. Einige applaudierten zaghaft. “Die Eurokrise ist nicht vorbei”, rief da ein Mann von hinten.

Merkel blickte kurz hoch, blinzelte in die Menschenmenge vor der Bühne. Dann sagte sie: “Richtig, die Eurokrise ist nicht vorbei.”

Es war einer der wenigen Schönheitsfehler in der ansonsten perfekt choreographierten Wahlkampfshow der Kanzlerin. Wie ein Popstar wurde Merkel, deren schwarz-gelbe Koalition im jüngsten “ARD-Deutschlandtrend” auf eine Mehrheit von 47 Prozent kam, bei ihrem Auftritt in der Hansestadt gefeiert. Die rund 3000 Anhänger schwenkten Schilder mit den Worten “Angie” und “Gemeinsam erfolgreich”, als die Kanzlerin zu Rockmusik die Bühne im Schatten des alten Backstein-Rathauses erklomm. Anders als bei ihrem ersten Wahlkampfauftritt am Vortag im hessischen Seligenstadt waren die Trillerpfeifen der Jungsozialisten diesmal kaum zu hören.

Merkel als VWL-Professorin

In einer Art volkswirtschaftlichem Grundseminar präsentierte Merkel ihre Version der Finanzkrise: Die Staaten hätten lange Zeit über ihre Verhältnisse gelebt und mehr Geld ausgegeben, als sie eingenommen hätten. “Wir müssen aufhören, auf Pump zu leben”, sagte Merkel. “Wir müssen auskommen mit dem, was wir einnehmen.” Dass auch die riskanten Kreditgeschäfte der Banken Auslöser der Finanzkrise waren, blieb ungesagt.

Auch ihren SPD-Herausforderer Peer Steinbrück erwähnte Merkel mit keinem Wort. Wahlkampf bestehe nicht darin, “dauernd schlecht über die anderen zu reden”, sagte sie. Aber einen kleinen Seitenhieb gegen die Grünen und deren “Veggieday” erlaubte sich die Kanzlerin dann doch. “Brauchen Sie eine Empfehlung, wann Sie Fleisch essen dürfen und wann nicht?”, fragte Merkel ihre Zuhörer. “Die kriegen Sie von mir nicht.”

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