Für Hartgesottene: Die Chronik der Krise

Für Hartgesottene: Die Chronik der Krise

Die nachfolgende Auflistung zeigt die Chronik der Schuldenkrise im Euroraum seit der Unterzeichnung des Maastricht-Vertrags bis hin zu der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag vergangener Woche. Der Fokus liegt dabei auf Griechenland.

10. Dezember 1991: Einigung auf Maastricht-Vertrag, der Bestimmungen zur Schaffung einer “unwiderruflichen” Währungsunion enthält - ohne zentrales Finanzministerium oder Mechanismus zum Verlassen des Euroraums.

16. September 1992: Europäischer Wechselkursmechanismus gerät in die Krise, als Großbritannien zum Verlassen des Europäischen Währungssystems - einem Vorgänger der Währungsunion - gezwungen wird. Milliardär George Soros soll durch Verkäufe des Pfunds 1 Mrd. Dollar eingenommen haben. Auch Italien tritt später aus; die spanische Peseta, der portugiesische Escudo und das irische Punt werden abgewertet.

13. Dezember 1996: Die EU-Entscheidungsträger verständigen sich auf deutsche Initiative hin, einen “Stabilitäts- und Wachstumspakt” zu beschließen, der Sanktionen bei Überschreiten der Defizitgrenzen vorsieht.

14. März 1998: Griechenland tritt dem Europäischen Wechselkursmechanismus bei.

1. Januar 1999: Euro wird in elf EU-Ländern eingeführt.

Die gute, alte Zeit

1. Januar 2001: Griechenland tritt dem Euroraum bei. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von Griechenland beträgt 5,36 Prozent, jene von Spanien liegt bei 5,09 Prozent und von Italien bei 5,16 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit 4,85 Prozent.

24./25. November 2003: Deutschland und Frankreich setzen sich für eine flexiblere Auslegung der EU-Haushaltsregeln ein. Beide Staaten rechnen damit, die vereinbarte EU-Defizitgrenze bereits das dritte Jahr in Folge zu überschreiten. Spanien, die Niederlande, Finnland und Österreich sind dagegen.

20. März 2005: Die EU-Finanzminister lockern die Haushaltsregeln im Stabilitätspakt und beugen sich damit dem Druck aus Deutschland.

Finanzmärkte in Panik

15. September 2008: Die Insolvenz von Lehman Brothers versetzt die weltweiten Finanzmärkte in Panik.

30. September: Irland garantiert alle Bankeinlagen und die meisten Zahlungsverpflichtungen seiner Banken. Zehnjährige Staatsanleihen von Irland rentieren mit 4,59 Prozent.

14. Januar 2009: Standard & Poor’s (S&P) senkt Griechenlands Bonitätsnote von “A” auf “A-”. Die Ratingagentur verweist zur Begründung auf die sich verschlechternde Finanzlage des Landes im Zuge der sich abschwächenden Weltwirtschaft. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von Griechenland zieht am Folgetag auf 5,43 Prozent an.

4. Oktober: Die sozialistische Partei Pasok von Giorgos Papandreou erreicht mit dem Wahlversprechen, Staatsausgaben und Löhne zu erhöhen, einen erdrutschartigen Sieg bei den Parlamentswahlen in Griechenland. Der Stimmabstand zu der konservativen Nea Dimokratia, die zuvor an der Macht war, fiel so hoch aus wie seit 1981 nicht mehr.

20. Oktober: Der neue Finanzminister Giorgos Papakonstantinou revidiert die Prognose für das griechische Haushaltsdefizit 2009 auf 12,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach oben. Das ist mehr als doppelt so hoch wie die Prognose der alten Regierung. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von Griechenland beträgt 4,58 Prozent.

26. Oktober: Der ehemalige Leiter der nationalen Statistikbehörde Griechenlands sagt, die Behörde “trägt keine Verantwortung” für die Revision der Defizit-Zahlen seit 2008.

5. November: Papandreou kündigt ersten Haushalt an. Ziel ist eine Verringerung des Budgetdefizits im Jahr 2010 auf 9,4 Prozent des BIP.

16. Dezember: S&P senkt Griechenlands Kreditwürdigkeit von
“A-" auf “BBB+", drei Stufen über Ramsch-Niveau.

14. Januar 2010: Griechenland verabschiedet Dreijahresplan, um das Haushaltsdefizit bis 2012 wieder unter die EU-Defizitgrenze zu drücken. Am selben Tag schließt EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine Sonderbehandlung für Griechenland aus.

"Griechenland braucht kein Hilfspaket"

21. Januar: Papakonstantinou sagt, Griechenland brauche kein Hilfspaket. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen des Landes erreicht 6,248 Prozent, der höchste Stand seit dem Beitritt zum Euroraum.

29. Januar: EU-Kommissar Joaquin Almunia sagt in Davos, es gebe keinen “Plan B” für Griechenland. Das Land werde nicht zahlungsunfähig werden, “in der Eurozone gibt es keinen Zahlungsausfall”.

2. Februar: Griechische Regierung kündigt erstes Sparprogramm an, um das Defizit bis 2012 unter drei Prozent des BIP zu senken.

11. Februar: Erster EU-Sondergipfel zu Griechenland. EU einigt sich auf “entschlossene und koordinierte Maßnahmen” um die Finanzstabilität im Euroraum zu gewährleisten, ohne Nennung weiterer Details.

15. Februar: Papakonstantinou sagt, “wir versuchen im Grunde den Kurs der Titanic zu ändern. Die Menschen denken, wir sind in Teufels Küche. Und das ist auch so.”

16. März: Die Finanzminister des Euroraums legen die Grundlagen für Nothilfen an Griechenland. S&P nimmt Griechenland von der Beobachtungsliste für eine mögliche Herabstufung und bestätigt die Bonitätsnote des Landes mit “BBB+". Papakonstantinou sagt, die EU brauche eine “geladene Waffe”, um Spekulanten am Anleihemarkt abzuwehren.

"Hilfspaket beseitigt Risiko des Zahlungsausfalls"

18. März: Papandreou ruft die EU-Staaten dazu auf, sich innerhalb von einer Woche präzise Hilfsmaßnahmen für Griechenland einfallen zu lassen. Der Ministerpräsident deutet an, Hilfen des IWF zu beantragen, wenn die EU-Länder nicht eingreifen sollten.

26. März: Leiter der griechischen Schuldenagentur sagt, ein Hilfspaket würde “das Risiko eines Zahlungsausfalls beseitigen”.

8. April: Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von Griechenland steigt auf 7,4 Prozent, der Spread zu den deutschen Bundesanleihen erreicht mit 442 Basispunkten einen Rekordstand seit Einführung des Euro.

12. April: Die Finanzminister des Euroraums verständigen sich darauf, Griechenland im kommenden Jahr Nothilfen bis zu 30 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen, bestehend aus freiwilligen bilateralen Krediten; der IWF steuert zusätzlich 15 Mrd. Euro bei.

21. April: Griechenland muss im kommenden Monat fällige Staatsanleihen im Volumen von 8,5 Mrd. Euro ablösen. Athen nimmt Verhandlungen mit EU, EZB und IWF - der so genannten Troika - auf zu den Bedingungen der 45 Mrd. Euro umfassenden Notfallkredite.

22. April: Die EU korrigiert das griechische Haushaltsdefizit 2009 auf 13,6 Prozent nach oben. Die Regierung hatte zuletzt für 2009 einen Fehlbetrag von 12,9 Prozent des BIP gesehen. Irland weist ein Defizit von 14,3 Prozent aus, höher als Griechenland. Moody’s senkt das Griechenland-Rating um eine Stufe auf “A3”.

"Neue Odyssee für Griechenland"

23. April: Papandreou beantragt offiziell die Notfallkredite von EU und IWF, er spricht von einer “neuen Odyssee für Griechenland”. “Aber wir kennen den Weg nach Ithaka und haben die Gewässer erkundet”, fügte er hinzu und spielte damit auf die Rückkehr von Odysseus, dem Helden der griechischen Mythologie, auf seine Heimatinsel an.

27. April: S&P stuft Griechenland als erste Ratingagentur auf Ramsch-Niveau herab und senkt die Bonitätsnote von Portugal auf “A-”.

2. Mai: Griechenland erhält die Zusage für das erste Hilfspaket über 110 Mrd. Euro, das auf drei Jahre angelegt ist. Die Kreditzusagen des Euroraums belaufen sich dabei auf bis zu 80 Mrd. Euro und der IWF sagt Hilfen über 30 Mrd. Euro zu. Athen muss im Gegenzug ein zweites Sparprogramm einleiten, vorgesehen sind für die kommenden drei Jahre Einsparungen von 30 Mrd. Euro.

3. Mai: Die EZB setzt die Minimalanforderungen bei den Ratings für Griechenland aus; die Notenbank akzeptiert bis auf Weiteres griechische Anleihen als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften unabhängig von der Bonitätsnote.

5. Mai: Proteste gegen den Sparkurs der griechischen Regierung schlagen in Gewalt um und fordern erste Todesopfer. Demonstranten setzen eine Bank in Brand, drei Menschen sterben in den Flammen.

Griechische Anleihenrendite steigt auf 12 Prozent

6. Mai: Das griechische Parlament billigt den Sparkurs der Regierung. Die Rendite zehnjähriger Anleihen des Landes erreicht am Folgetag 12 Prozent.

7./8. Mai: Euro-Gipfel verständigt sich auf die Einrichtung eines Euro-Rettungsfonds zur Eindämmung der Schuldenkrise, die Details sollen vor Marktöffnung am 10. Mai stehen.

9./10. Mai: Die EU-Finanzminister einigen sich nach 14-stündigen Verhandlungen, die bis in die Nacht hinein andauern, auf einen 750 Mrd. Euro schweren Rettungsmechanismus für Staaten, die in eine finanzielle Schieflage geraten. Gut ein Drittel steuert der IWF bei. Es ist die Geburtsstunde der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Der so genannte Euro- Rettungsschirm ist temporär und verfügt über 440 Mrd. Euro Kapital. Die EZB sagt zu, Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten am Sekundärmarkt aufzukaufen (Securities Market Program - SMP). Es ist der bislang größte Anlauf zur Eindämmung der Schuldenkrise.

18. Mai: Griechenland erhält die erste Tranche der EU-Hilfen im Umfang von 14,5 Mrd. Euro, einen Tag vor der Fälligkeit griechischer Anleihen im Volumen von 8,5 Mrd. Euro.

14. Juni: Moody’s stuft Griechenlands Anleihen auf Ramsch-Niveau herab.

4. Oktober: Griechenland kündigt Haushaltsentwurf an, Athen will das Defizit bis 2011 auf sieben Prozent des BIP senken.

28. November: Die EU-Finanzminister beschließen Notkredite von 85 Mrd. Euro für Irland.

14. Januar 2011: Fitch stuft das Rating für Griechenland auf Ramsch- Niveau herab, folgt damit S&P und Moody’s.

11. März: EU-Sondergipfel einigt sich darauf, die Befugnisse des EFSF auszuweiten und seine Schlagkraft zu erhöhen. Der Rettungsfonds darf Staatsanleihen am Primärmarkt aufkaufen, das effektive Ausleihvolumen wurde auf 440 Mrd. Euro gesteigert. Die EU erzielt auch eine vorläufige Einigung, die Konditionen für die Griechenland-Hilfen zu lockern. So sollen die Zinsen in den ersten drei Jahren um 100 Basispunkte gesenkt werden; zudem soll Athen sieben Jahre statt der bislang vereinbarten drei Jahre Zeit zur Rückzahlung der Notkredite haben.

Portugal beantragt Rettungspaket

6. April: Der portugiesische Ministerpräsident Jose Socrates beantragt ein EU-Rettungspaket.

15. April: Papandreou kündigt Sparprogramm bis Ende 2015 im Umfang von 76 Mrd. Euro an, später wird die Summe auf 78 Mrd. Euro erhöht. Im Rahmen des Programms soll Staatsbesitz verkauft werden, um 50 Mrd. Euro einzunehmen. Ziel ist eine Verringerung des Haushaltsdefizits bis 2015 auf ein Prozent des BIP.

6. Mai: Finanzminister von Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien halten ein nicht angekündigtes Treffen in Luxemburg ab, was in den Medien Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum auslöst. Trichet verlässt das Treffen vorzeitig, er will nicht an Gesprächen über einen griechischen Schuldenschnitt teilnehmen. Luxemburgs Regierungschef und Vorsitzender der Eurogruppe Jean-Claude Juncker sagt, es sei möglich, dass über weitere Hilfen für Griechenland gesprochen wurde.

9. Mai: S&P senkt die Bonitätsnote für Griechenland um zwei Stufen von “BB-” auf “B” und droht weitere Herabstufungen an.

13. Mai: Die EU gibt neue Staatsschulden- und Defizitprognosen bekannt. Demnach werden Irland, Portugal und Griechenland im Jahr 2011 eine höhere Staatsverschuldung als ihr gesamtes Bruttoinlandsprodukt aufweisen.

16. Mai: EU billigt Portugals Rettungspaket über 78 Mrd. Euro.

17. Mai: EU-Finanzminister erwägen erstmals Gespräche mit Griechenlands Gläubigern, damit dem Land mehr Zeit zur Rückzahlung der Schulden eingeräumt wird.

27. Mai: Das griechische Kabinett segnet weitere Sparmaßnahmen im Umfang von 6 Mrd. Euro ab und gibt erste Details der geplanten Verkäufe von Staatseigentum bekannt.

"Der Anfang vom Ende" der Krise - und ein "CCC" für Griechenland

7. Juni: EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn sagt, Juni könnte “der Anfang vom Ende” der Krise sein.

13. Juni: S&P senkt Griechenlands Rating auf “CCC”. Das ist die niedrigste Bonitätsnote unter allen Staaten weltweit, die von S&P bewertet werden.

15. Juni: Papandreou kündigt eine Regierungsumbildung und Vertrauensabstimmung an.

17. Juni: Papandreou stellt sein neues Kabinett vor. Nachfolger von Papakonstantinou als Finanzminister wird der bisherige Verteidigungsminister Evangelos Venizelos.

22. Juni: Papandreou übersteht die Vertrauensabstimmung im Parlament.

30. Juni: Das griechische Parlament stimmt dem dritten Sparpaket über 78 Mrd. Euro zu - begleitet von gewaltsamen Protesten außerhalb des Parlamentsgebäudes.

21. Juli: Beim Sondergipfel der Euro-Staaten wird ein zweites Rettungspaket für Griechenland vereinbart; private Gläubiger sollen einen freiwilligen Beitrag leisten. Die Banken stimmen zu, gegen Bedingungen 21 Prozent des Nettobarwerts griechischer Anleihen zu erlassen.

2. September: Die Troika aus EU, EZB und IWF setzt die fünfte Prüfung der Sanierungsschritte in Griechenland aus, wegen Verzögerungen bei der Umsetzung des mittelfristigen Haushaltsplans und bei den strukturellen Reformen. Spanien baut eine Schuldenbremse in die Verfassung ein.

11. September: Papandreou billigt neue Notfalleinsparungen, um das Haushaltsloch 2011 zu stopfen.

2. Oktober: Griechische Regierung billigt Haushaltsplan für 2012, der eine Verringerung des Haushaltsdefizits auf 8,5 Prozent des BIP vorsieht. Athen kündigt an, dass das revidierte Defizitziel für 2011 verfehlt wird.

11. Oktober: Troika veröffentlicht Bericht zur fünften Prüfung des Sanierungsprogramms in Griechenland und deutet an, dass die sechste Kredittranche des Rettungspakets im Umfang von 8 Mrd. Euro ausgezahlt wird.

21. Oktober: Papandreou erhält die Zustimmung des Parlaments für die neuen Einsparmaßnahmen, enthalten sind Lohn- und Rentenkürzungen sowie die Streichung von 30.000 Stellen im öffentlichen Dienst. Die Troika bezeichnet die Schuldendynamik Griechenlands in einem Nachhaltigkeitsbericht als “Besorgnis erregend”.

23. Oktober: EU-Spitzen sagen, Gipfel zum Euro wird zu keinen Ergebnissen führen, und setzen ein neues Treffen für den 26. Oktober an. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von Griechenland erreicht 25 Prozent.

26./27. Oktober: EU-Regierungschefs halten den 14. Krisengipfel innerhalb von 21 Monaten ab. Nach mehr als zehnstündigen Verhandlungen einigen sie sich darauf, die Schlagkraft des temporären Rettungsfonds durch einen Kredithebel auf 1 Bill. Euro zu erhöhen. Sie einigen sich auch auf den Umfang des zweiten Rettungspakets für Griechenland, es soll 130 Mrd. Euro betragen. Mit den Banken vereinbaren sie, einen Abschlag von 50 Prozent auf den Nennwert der von ihnen gehaltenen Griechenland- Anleihen hinzunehmen. Zudem wurde eine höhere Kapitalausstattung der europäischen Banken beschlossen; die Finanzinstitute müssen 106 Mrd. Euro an frischem Kapital beschaffen.

Volksabstimmungspläne sorgen für Aufregung

31. Oktober: Papandreou überrascht EU-Politiker und griechische Abgeordnete mit der Ankündigung eines Referendums zu den Bedingungen des zweiten Hilfspakets. MF Global Holdings Inc. meldet Insolvenz an, nachdem Wetten auf Staatsanleihen nach hinten losgingen.

1. November: Aktien- und Anleihemärkte brechen wegen Griechenlands Volksabstimmungsplänen ein. Sollte das Euro- Referendum in Griechenland negativ ausfallen, könnte ein ungeordneter Staatsbankrott die Folge sein. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen des Landes erreicht mit 84,7 Prozent einen Rekordwert. Mario Draghi wird neuer EZB-Präsident, er tritt die Nachfolge von Trichet an.

2. November: EU-Hilfszahlungen an Griechenland werden eingestellt. EU-Spitzen verlangen eine umgehende Entscheidung von Griechenland, ob es im Euroraum bleiben will. Das Ultimatum steht im Widerstreit mit dem Maastricht-Vertrag, in dem der Währungsraum als “unwiderruflich” bezeichnet wird.

3. November: Papandreou sagt Euro-Referendum ab.

Papandreou tritt zurück

6. November: Papandreou vereinbart seinen Rücktritt, um den Weg für eine Regierung der Nationalen Einheit freizumachen.

11. November: Der ehemalige EZB-Vizepräsident Lucas Papademos wird als neuer Ministerpräsident der Übergangsregierung vereidigt.

5. Dezember: S&P setzt die Ratings von Deutschland, Frankreich und 13 weiteren Euro-Staaten auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Herabstufung.

8. Dezember: Die EZB senkt ihren Leitzins auf das Rekordtief von 1,00 Prozent und bietet den Banken Dreijahrestender ohne festgelegtes Volumen an. Auch die Regeln zu den Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften werden gelockert.

Der Fiskalpakt

9. Dezember: Alle EU-Mitglieder mit Ausnahme Großbritanniens einigen sich in Brüssel auf einen “Fiskalpakt”. Die Regierungen verstärken ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit und verschärfen die Haushaltsregeln. Zudem soll der permanente Euro- Rettungsfonds, der 500 Mrd. Euro schwere Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), bereits im kommenden Jahr in Kraft treten und damit schneller als bislang vorgesehen.

Griechenlands zehnjährige Staatsanleihe rentiert mit 32 Prozent. Italiens zehnjährige Staatsanleihe rentiert mit 6,47 Prozent. Spaniens zehnjährige Staatsanleihe rentiert mit 5,77 Prozent. Deutschlands zehnjährige Bundesanleihe rentiert mit 2,07 Prozent.

17. Februar 2012: Die EZB tauscht Griechenland-Anleihen in ihrem SMP- Portfolio aus, um bei beim Schuldenschnitt keine Verluste hinnehmen zu müssen.

21. Februar: Die Finanzminister des Euroraums erreichen eine endgültige Einigung bei der Ausgestaltung des zweiten Hilfspakets für Griechenland im Umfang von 130 Mrd. Euro. Darin enthalten ist ein freiwilliger Verzicht der Griechenland- Gläubiger auf 53,5 Prozent der Forderungen.

Der "Hair-Cut"

25. Februar: Griechenland unterbreitet den privaten Gläubigern offiziell das Angebot, ihre Staatsanleihen in neue Papiere umzutauschen. Es ist die größte Umschuldung in der Geschichte - betroffen sind Anleihen mit einem Nominalwert von 206 Mrd. Euro.

27. Februar: S&P stuft Griechenlands Rating auf “selektiver Zahlungsausfall” herab.

1. März: Das griechische Parlament schließt Abstimmung über Sparmaßnahmen ab, die im Gegenzug für das Hilfspaket vereinbart wurden.

2. März: EU-Politiker rufen das Ende der Finanzkrise aus und richten ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Wachstum.

9. März: Griechenland erreicht für den Schuldenschnitt eine Zustimmungsquote von 95,7 Prozent der privaten Gläubiger.

23. April: Regierung der Niederlande zerbricht am Sparkurs. Die vorgezogenen Parlamentswahlen werden am 12. September stattfinden.

2. Mai: S&P stuft Griechenland nach Abschluss des Anleiheumtauschs von “selektiver Zahlungsausfall” auf “CCC” herauf.

6. Mai: Bei den Parlamentswahlen in Griechenland wird die Anti- Rettungshilfen-Partei Syriza überraschend zweistärkste Kraft hinter der Partei Nea Dimokratia von Antonis Samaras. Francois Hollande wird zum Staatspräsidenten Frankreichs gewählt.

10. Mai: Die spanische Bankia wird teilverstaatlicht.

15. Mai: Die Regierungsbildung in Griechenland scheitert, es werden Neuwahlen angesetzt.

Hilfe für den spanischen Bankensektor

9. Juni: Spanien bittet um Hilfe für seinen angeschlagenen Bankensektor. Ende des Monats wird Madrid eine Kreditlinie für die Banken von bis zu 100 Mrd. Euro zugesagt.

17. Juni: Angeführt von Antonis Samaras gewinnt die Partei Nea Demokratia die Neuwahlen in Griechenland, erreicht aber keine Parlamentsmehrheit.

20. Juni: Samaras bildet zusammen mit der Partei Pasok eine Koalitionsregierung, er wird als neuer Ministerpräsident vereidigt.

25. Juni: Zypern beantragt Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm.

28./29. Juni: EU-Gipfel lockert die Bedingungen für die Kredithilfen an die spanischen Banken und ebnet den Weg für Anleihekäufe der Euro-Rettungsfonds.

4. Juli: Hollande kündigt Haushaltsplan an; Steuererhöhungen sollen 7,2 Mrd. Euro in die Staatskasse spülen.

5. Juli: Die EZB senkt ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,75 Prozent und den Einlagensatz erstmals auf null. Irland begibt erstmals seit nahezu 22 Monaten wieder Schatzanweisungen am Geldmarkt.

Alles tun, um den Euro zu schützen

26. Juli: Draghi sagt, die EZB werde alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um den Euro zu schützen. Die Äußerung löst eine Rally an den Aktien- und Anleihemärkten aus. Irland kehrt erstmals seit 22 Monaten wieder an den Anleihemarkt zurück.

2. August: Draghi signalisiert, dass die EZB in Zusammenarbeit mit den Euro-Rettungsfonds zu kraftvollen Interventionen am Anleihemarkt bereit ist; die Bond-Käufe sollen sich auf kürzere Laufzeiten konzentrieren.

3. August: Spanischer Ministerpräsident Mariano Rajoy sagt, ein Antrag auf EZB-Anleihekäufe sei möglich, wenn dies im Interesse aller Spanier sei.

1. September: Spanischer Bankenrettungsfonds sagt Bankia Hilfen von bis zu 5 Mrd. Euro zu, nachdem die verstaatliche Bank im ersten Halbjahr einen Verlust von 4,5 Mrd. Euro ausgewiesen hat.

6. September: Draghi kündigt unbegrenzte EZB-Käufe von kurzlaufenden Staatsanleihen von Euro-Staaten an. Im Gegensatz zum SMP unterliegen die Käufe strikten Konditionen. So müssen sich die Staaten zuerst an die Euro-Rettungsfonds wenden und die damit verbundenen Auflagen erfüllen.

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