Flug MH370: China bezweifelt Absturz

Flug MH370: China bezweifelt Absturz

Während China "detaillierte Beweise" des Absturzes fordert, ist die Suche nach dem Flugzeugwrack wegen schlechtem Wetter in der Nacht abgebrochen worden.

China hat Malaysia aufgefordert, die Satellitenbilder herauszugeben, die nach malaysischen Regierungsangaben einen Absturz des vermissten Fluges MH370 über dem Indischen Ozean belegen. Der chinesische Vizeaußenminister Xie Hangsheng verlangte am Montag bei einem Treffen mit dem malaysischen Botschafter in Peking, Iskandar Bin Sarudin, "detailierte Beweise".

Offiziell wurde Flug MH370 für verloren erklärt und die Hoffnung auf Überlebende unter den Passagieren des Flugzeugs von Malaysia begraben, doch die leidgeprüften Hinterbliebenen sind misstrauisch und fordern Beweise. Hunderte Angehörige der mehrheitlich chinesischen Flugzeuginsassen verlangten am Dienstag in Peking endlich Antworten auf ihre quälendsten Fragen: Wo sind die Wrackteile?

Die Suche nach dem Wrack des in den Indischen Ozean gestürzten malaysischen Flugzeugs ist wegen schlechten Wetters unterbrochen worden. Sturm, Regen und hohe Wellen stellten laut australischen Behörden ein Risiko für Flugzeuge und Schiffe dar. Daher seien für Dienstag alle Sucheinsätze gestoppt worden, hieß es weiter. China forderte indes von Malaysia die Herausgabe der Satellitenbilder.

Erst am Montag hatte die malaysische Regierung bekanntgegeben, dass der Flug MH370 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines in einem abgelegenen Gebiet auf der Höhe der westaustralischen Stadt Perth ins Meer gestürzt sein soll. Dies hätte neue Satellitendaten zur zurückgelegten Flugstrecke der Boeing 777 ergeben, hatte Regierungschef Najib Razak gesagt. Das Flugzeug mit 239 Insassen war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking aus bisher ungeklärten Gründen von den Radarschirmen verschwunden.

Die Angehörigen der chinesischen Opfer nahmen die Nachricht vom Absturz mit Erschütterung auf. Die Verwandten waren bereits vor der Pressekonferenz Razaks am Montag in einem Pekinger Hotel informiert worden. Einige reagierten mit Schreien und lautem Weinen auf die Nachricht, dass niemand überlebt haben könne. Mehrere brachen zusammen und wurden mit Krankenwagen weggebracht. Wütende Angehörige gingen auf die im Hotel anwesenden Reporter los. Etwa zwei Drittel der 239 Insassen von Flug MH370 waren chinesische Staatsbürger.

Ohne Trümmer keine Beweise

Chinesische Experten reagierten indes mit Vorsicht auf die Angaben der malaysischen Regierung. Ohne Trümmer gebe es keine klaren Beweise, kommentierten Fachleute am Montag laut "China Daily". Es brauche noch "eine beträchtlich lange Zeit", um die Schlussfolgerung zu verifizieren, sagte der Luftverkehrsexperte Wu Peixin der Zeitung.

Ähnlich äußerte sich die chinesische Regierung und forderte die Herausgabe der Daten. "Wir fordern die malaysische Seite auf, die detaillierten Beweise zu nennen, die sie zu dieser Beurteilung veranlasst hat, und alle relevanten Informationen und Beweise über die Analyse der Satellitendaten zur Verfügung zu stellen", sagte Vizeaußenminister Xie Hangsheng laut einer auf der Website des chinesischen Außenministeriums veröffentlichten Erklärung.

Angehörige demonstrieren in Peking

Dutzende Angehörige der Passagiere des Fluges MH370 haben von Malaysia Aufklärung über alle Hintergründe der Ermittlungen gefordert. Mit Transparenten zogen sie am Dienstag in Richtung der malaysischen Botschaft in Peking, wie Staatsmedien berichteten. "Wir wollen die Wahrheit", lautete der Schriftzug eines Transparents. "Wieso haben Sie uns so lange warten lassen", ein anderes.

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