EZB übernimmt die Kontrolle über die Sparkonten in Zypern

EZB übernimmt die Kontrolle über die Sparkonten in Zypern

Zyperns Bürger sollten nach dem Willen der EZB für eine längere Zeit nur einen begrenzten Betrag an Bargeld an Bankomaten abheben können, berichtete das "Handelsblatt" an Freitag unter Berufung auf Notenbankkreise. Zusätzlich sei im Gespräch, die Spareinlagen vollständig einzufrieren und Überweisungen nur mit einer vorherigen Genehmigung der nationalen Zentralbank zu erlauben.

Wie lange die Gelder auf den Sparkonten gesperrt werden, sei noch nicht entschieden, hieß es dem Bericht zufolge weiter.

Die EZB wolle den Kapitalverkehr auch dann reglementieren, wenn Zyperns Regierung ein Rettungspaket mit der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) bis Anfang nächster Woche ausgehandelt habe , schrieb das "Handelsblatt". "Die Gefahr ist zu groß, dass es zu einem Ansturm auf die Banken kommt, wenn diese nach mehr als einer Woche wieder öffnen", sagte ein Notenbanker der Zeitung.

Die EZB werde dafür sorgen, dass die Kapitalverkehrskontrollen "sozialverträglich" ausgestaltet würden. Jeder Bürger werde das zum Leben notwendige Geld erhalten, hieß es. Dazu gehörten auch die Auszahlung von Pensionen und anderen Sozialleistungen.

Noch ein Plan: Das Anzapfen von nicht versicherten Einlagen

Die Finanzminister der 17 Euro-Länder erwägen einen Plan, demzufolge die beiden größten Banken Zyperns geschlossen und die Einlagen nicht versicherter Kunden eingefroren werden könnten. Das erfuhr Bloomberg News am späten Donnerstag aus informierten Kreisen. Die Minister hatten am Abend eine Telefonkonferenz abgehalten.

Bei den beiden Banken handele es sich um Cyprus Popular Bank und Bank of Cyprus. Versicherte Einlagen unter der Grenze von 100.000 Euro würden in eine so genannte “Good Bank” wandern, Verluste gebe es hierbei nicht. Nicht versicherte Summen sollen hingegen in eine “Bad Bank” ausgelagert und zunächst eingefroren werden - und zwar so lange, bis gewisse Assets verkaufen werden könnten.

Die Verluste für nicht versicherte Parteien - darunter auch nicht versicherte Kunden, die Einlagen haben - könnten laut Plan bis zu 40 Prozent erreichen, hieß es. Der Plan habe sowohl die Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) als auch die der EZB.

In der Nacht teilte die Euro-Gruppe mit, sie erwarte einen schnellen neuen Rettungsvorschlag von Zypern. Danach sei man zu weiteren Gesprächen bereit, wie es in einer Mitteilung hieß, die vom griechischen Finanzministerium verschickt wurde.

Die zypriotischen Banken sind seit Samstag geschlossen, um eine Massenkapitalflucht zu verhindern. Am Dienstag sollen die Institute nach bisheriger Planung wieder öffnen. Ohne einen Rettungsplan und ohne die Nothilfe der Europäischen Zentralbank müssen mehrere Geldhäuser in Zypern mit einer Pleite rechnen.

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