"Europa hat nicht das intellektuelle Rüstzeug, um mit der Krise fertigzuwerden"

"Europa hat nicht das intellektuelle Rüstzeug, um mit der Krise fertigzuwerden"

"Die goldenen Zeiten Europas sind vorbei", sagte der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) beim Astana Economic Forum in Kasachstan. Er erwarte keine wirklichen Lösungen für die Krise in Europa.

Alfred Gusenbauer, der aktuell unter anderem den kasachischen Präsidenten berät, schloss sich "weitgehend an".

Europa habe nicht das Rüstzeug, um mit der Krise fertigzuwerden, sagte Strauss-Kahn. Und zwar "weder intellektuell, noch institutionell". Zu lange habe man in Europa geglaubt zu wissen wie Wirtschaft funktioniert. Allerdings hatte kaum ein Land Erfahrungen mit vergleichbaren Krisen, so der frühere IWF-Chef, der 2011 nach einem später von der Staatsanwaltschaft fallengelassenen Vorwurf der versuchten Vergewaltigung zurückgetreten ist.

Strauss-Kahn war in den späten 1990er Jahren Frankreichs Finanzminister und als Politiker in die Gestaltung der Europäischen Union involviert. "Das institutionelle Versagen der EU in der Krise ist auch meine Schuld", gab sich Strauss-Kahn selbstkritisch. Bei den Verhandlungen mit Deutschland zum Euro-Stabilitätspakt habe politisches Hick-Hack eine institutionelle Koordination der Fiskalpolitik verhindert. Ein folgenschwerer Fehler, sagte Strauss-Kahn.

Auch Alfred Gusenbauer klang wenig optimistisch. "Selbst wenn Strauss-Kahn unrecht behält und die Wirtschaft in Europa wieder wächst: Die Jugendarbeitslosigkeit wird sich so nicht in den Griff kriegen lassen", so der Ex-Bundeskanzler.

In Ländern, in denen jeder Zweite oder Dritte junge Mensch ohne Arbeit sei, werden ein paar Prozent Wachstum nicht ausreichen, sagte Gusenbauer. Stattdessen nahm er die Politik in die Pflicht. Ziel müsse sein, eine "verlorene Generation" zu verhindern. "Was wären wir für eine Gesellschaft, die so etwas zulässt?" Wenn der Markt keinen Job für Junge zur Verfügung stelle, könne man nicht einfach sagen: Pech gehabt, so Gusenbauer.

Konkrete Lösungsvorschläge blieben allerdings rar. Zwar habe sich das österreichische System mit dualer Ausbildung für Lehrlinge bewährt - eins zu eins übertragen lasse es sich deshalb aber nicht, schränkte Gusenbauer ein.

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