"China steht vor einer harten Landung"

Die Volksrepublik China steht nicht bloß vor einer leichten Wachstumsdelle, sondern muss sich auf das Platzen einer massiven Kreditblase einstellen, sagt Carson Block, der Gründer der auf chinesische Aktien spezialisierten US-Analysefirma "Muddy Waters".

"Ich gehe davon aus, dass eine harte Landung bevorsteht", so Block Ende vergangener Woche in St. Gallen. Wann genau das passieren werde, könne er aber nicht beurteilen.

Block, der mit "Muddy Waters Research" außerhalb Chinas gelistete chinesische Firmen unter die Lupe nimmt, nahm in der Ostschweiz an einem Symposium über den Umgang mit dem Risiko teil. In den drei Jahren seines Bestehens hat das Unternehmen zwar nur sechs Analysen angefertigt, dabei aber fast immer massive Unzulänglichkeiten bis hin zu glatten Betrügereien aufgedeckt. Knapp vor der Veröffentlichung seiner Analyse shortet Block die Aktie. Das letzte "Opfer" der Analysefirma war das in Kanada notierte Milliardenunternehmen Sino-Forest Corporation (Sino-Forest), das mittlerweile um Gläubigerschutz angesucht (und Block gleichzeitig auf 4 Mrd. Dollar Schadenersatz geklagt) hat.

"Jim Chanos liegt in Bezug auf China meiner Meinung nach genau richtig", meinte Block, der im "Reich der Mitte" jahrelang als Anwalt gearbeitet hat. Chanos ist ein mittlerweile legendärer Hedgefonds-Manager, der gegen den allgemeinen Trend massive wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Volksrepublik erwartet. Chanos gilt in der Wall Street als der "China-Bär" schlechthin.

In den vergangenen Jahren seien enorme Investitionen in Immobilien in Infrastruktur geflossen, die sich aber nicht rechneten, sondern zu einer massiven Vernichtung von Werten geführt hätten, sagte Block der APA. Zentralbankmaßnahmen seien gegen dieses Fehlinvestment machtlos, solange lokale Bankfilialen diese umgehen könnten. "Ich hoffe, dass eine solche harte Landung, wenn sie dann eintritt, Auslöser für positive Veränderungen wird."

APA/hahn

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