Wirtschaftswunder II. Republik: Familien-unternehmen - Namen mit Geschichte

Klingende Namen wie Palmers, Porsche und Swarovski haben Österreichs Wirtschaftsgeschichte mitgeprägt. Wie die Traditionsbetriebe aufstiegen und wer sie lenkt.

Josef „Pepi“ Fischer residiert nun auf Madeira. Wenn das Wetter in Österreich garstig ist und die Kälte beißt, dann zieht Fischer auf seine Trauminsel, zwischen Azoren und Kanarischen Inseln gelegen. Der 75-jährige Fischer hat sich die Ruhe verdient.

Der immer noch rüstige Skifabrikant hat ein kleines Familienunternehmen zu einem Weltkonzern, der jetzt auch Flugzeugbauer beliefert, und sich selbst reich gemacht.
In den 50er Jahren schwitzte Fischer nicht unter der strahlenden Madeira-Sonne. Da standen ihm, der 1949 in den elterlichen Betrieb eintrat, die Schweißperlen auf der Stirn, weil er überraschend die Leitung übernehmen musste, nachdem sein Vater einem Herzinfarkt erlegen war. Den seelischen Schmerz kaum verdaut, kam Pepi Fischer wirtschaftlich auf Hochtouren. In nur wenigen Jahren hievte er
die Skifabrik im oberösterreichischen Innviertel an die Weltspitze.

Unternehmerfamilien prägten das Wirtschaftswunder. Heute kontrolliert Fischer über seine Privatstiftung den Konzern mit 73,3 Prozent und sitzt im Aufsichtsrat, hat sich aber 2004 zurückgezogen: „Es war an der Zeit, das operative Geschäft Jüngeren zu überlassen.“

Derartige Geschichten über erfolgreiche Familienunternehmen gibt es in Österreich genug zu erzählen. Zum Glück. Denn Betriebe, die von Familien geführt wurden, waren der Motor in der Zeit des Wirtschaftswunders – und danach. Nicht wenige davon sind heute im Besitz internationaler Konzerne oder notieren an der Börse. So hat der Palmers-Clan sein Wäschegeschäft verkauft oder Alois Rohrmoser seine Atomic-Skifabrik verloren. Trotzdem stehen noch immer 80 Prozent der 340.000 in Österreich eingetragenen Unternehmen im Eigentum ihrer Gründer oder deren Nachkommen. In diesen Firmen arbeiten drei Viertel aller un-selbständig Beschäftigen in Österreich: 2,3 Millionen Menschen. Christoph Kraus, Vorstand der Kathrein Bank: „Außerdem sind von den an der Wiener Börse notierten Firmen nur sieben reine Publikumsgesellschaften. Der Rest hat eine Familie als Kern- oder Hauptaktionär.“

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