„Wir reden mit Hollywood“

Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer über den Einstieg ins Kabel-TV-Geschäft und Gratistelefonieren im Festnetz.

Format: Herr Fischer, hat das Handy vom Volumen her das Festnetz schon überholt?
Fischer: Ja. Zum Ende des ersten Quartals 2004 ist die Mobiltelefonie vorbeigezogen. Neben Finnland ist Österreich das einzige Land Europas, wo diese Verhältnisse herrschen.
Format: Das Festnetz stirbt?
Fischer: Nein. Nur wird die Zukunft nicht mehr in der Sprachtelefonie liegen. Daher müssen wir das Geschäft im Festnetz in eine ganz andere Richtung entwickeln.
Format: Nur Webzugang?
Fischer: Viel weiter. Der erste Schritt unserer Strategie heißt, die Durchdringung mit Breitbandtechnologie – Stich-wort: ADSL – massiv zu erhöhen. Das muss zur selbstverständlichen Ausstattung in sehr vielen Haushalten werden. Dann folgt die Ausrichtung
auf einen Full-Service-Kommunikationsprovider: Sprachtelefonie, Fernsehen, Video auf Abruf, E-Commerce, E-Government, also elektronische Behördenwege, und und und.
Format: Ihr Aon TV ist aber kein großer Renner.
Fischer: Das ist erst ein zarter Beginn. Die Telekom Austria besitzt eine Kabel-TV-Lizenz. Die werden wir bald aktivieren. Und dann können Sie 35 Fernsehprogramme oder mehr über die Telefonleitung empfangen.
Format: Wann ist bald?
Fischer: Wir starten 2005 mit Kabel-TV. Das wird echtes digitales Fernsehen in Österreich.
Format: Aber teuer, weil der Kunde eine so genannte Set-top-Box braucht, die das Signal übersetzt.
Fischer: Im Moment sind Set-top-Boxen mit 600 bis
700 Euro noch sehr teuer,
das stimmt. Aber bei aktuell
60 Millionen Breitbandkunden weltweit werden wir schnell
bei 90 bis 100 Euro stehen. Ich rechne innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monaten mit vernünftigen Preisen. Konzerne wie Sony oder Philips haben diesen Markt schon erkannt.
Format: Sie treten also gegen Firmen wie UPC Telekabel an?
Fischer: Ja, unsere Konkurrenz sind die Fernsehkabelbetreiber. Beides entwickelt sich in die gleiche Richtung.
Format: Allerdings hat die Telekabel-Tochter Chello in Wien 80 Prozent Marktanteil bei Breitbandinternet.
Fischer: Eine der Tatsachen, die wir rasch ändern wollen.
Format: Die Kabelbetreiber argumentieren mit ihrer höheren Geschwindigkeit beim Datentransfer.
Fischer: Wir können unsere bestehende Technologie auf
4 MB aufrüsten und liegen damit schon besser. Bei der nächsten Generation, VDSL, stehen dem Kunden 10 bis 20 MB zur Verfügung. Außerdem wird das Match nicht über Technologie, sondern über Services und Inhalte entschieden.
Format: Die sind beim Fernsehen für alle gleich.
Fischer: Kabel-TV ist auch nur eine Schiene. Unser System ist interaktiv und eignet sich daher besonders gut für Spiele. Dazu kommt zeitversetztes Fernsehen und vor allem Video on demand. Die Telekom Austria steht in intensivem Kontakt mit den großen Studios in Hollywood und verhandelt Filmrechte.

Das komplette Interview lesen Sie im neuen FORMAT
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