Wie gut ist billig? Schnäppchenjagd ist der derzeit mit Abstand wichtigste Konsumtrend

Kenner orten feine Unterschiede im Kohlensäuregehalt und in der Süße, doch die Rezepte der Energydrinks Red Bull und Power Horse (eine Marke des oberösterreichischen Lebenmittelherstellers Spitz) sind nahezu ident: Auf 250 Milliliter kommen 1.000 Milligramm Taurin, 80 Milligramm Koffein und 240 Milligramm Glucuronolacton. Trotzdem kostet die Dose Red Bull bei Billa 1,29 Euro, die Dose Power Horse ist bei Merkur um 0,99 Euro zu haben.

Den Unterschied zwischen der starken Marke und dem günstigen Herausforderer macht in diesem Fall vor allem das Image aus: Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat laut Bilanz 2004 satte 400 Millionen Euro für verkaufsfördernde Maßnahmen ausgegeben, heuer soll dieses Budget sogar auf 700 Millionen Euro aufgestockt werden.

An fast allen anderen Fronten der Konsumwelt nagen günstigere Alternativen, No-Name-Produkte und Handelsmarken schon viel stärker an den Umsätzen und Marktanteilen der etablierten Marken. Bei Lebensmitteln ziehen Hofer und Lidl davon, Billa und Spar kontern mit preiswerten Eigenmarken wie Clever und Dumpingpreisen auch für Top-Marken. Das Marktforschungsinstitut ACNielsen hat erhoben, dass bereits ein Viertel aller Umsätze mit Sonderangeboten gemacht wird.

Auch bei Dienstleistungen sind die Diskonter am Vormarsch. Billig-Flieger wie Ryanair, Telefonfirmen wie Yesss!, Direktbanken wie ING-DiBa und Billig-Hotelketten gewinnen zunehmend an Marktbedeutung. Roman Friedrich von der Beratungsagentur Booz Allen Hamilton, der eine Studie zum Thema verfasst hat, sieht den Trend längst nicht beendet: „In Westeuropa werden in Zukunft vierzig Prozent aller Konsumumsätze im Billig-Segment gemacht.“

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