Wer soll das bezahlen?

Katzenjammer nach Gehrers Klimt-Pleite: Die Regierung sagt, sie habe kein Geld für den Rückkauf der 200 Millionen teuren Werke, potente Sponsoren wollen aber nur einsteigen, wenn auch der Staat mitfinanziert.

'Adele Bloch-Bauer I und II' sowie die Bilder ‚Buchenwald‘, ‚Apfelbaum‘ und ‚Häuser in Unterach am Attersee‘ sind Naziraubgut und müssen restituiert werden“, befand ein Schiedsgericht Anfang dieser Woche die Ansprüche von Maria Altmann auf die fünf in der Österreichischen Galerie hängenden Werke von Gustav Klimt für rechtens.

Nach einem sieben Jahre währenden Rechtsstreit kam das Urteil nicht unerwartet und schlug dennoch wie eine Bombe ein. Immerhin gilt es nun 200 Millionen Euro – so wird der Gesamtwert der Bilder angesetzt – für den Rückkauf aufzubringen, will man die Kunstschätze im Land halten. Geld, das die Regierung, wie die zuständige VP-Ministerin Elisabeth Gehrer nicht müde wird zu betonen, nicht hat. Zum Vergleich: 60 Millionen Euro jährlich ist das Budget aller österreichischen Museen, sechs Millionen stehen den Häusern für Neuankäufe zur Verfügung.

Die verzweifelte Suche nach Geldquellen für den Rückkauf hat also begonnen. Unterstützt vom steirischen Historiker Dieter Binder sollen alle Möglichkeiten ausgelotet werden. Als Mediator ist Binder von Gehrer auch damit beauftragt, mit Erbin Maria Altmann zu verhandeln und diese vielleicht sogar dazu zu bewegen, die Bilder als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Ein eher aussichtsloses Unterfangen, wie selbst dem Direktor der Österreichischen Galerie, Gerbert Frodl, bewusst ist. Er ließ am Mittwoch dieser Woche auch jene zu restituierenden Landschaftsbilder hängen, die sonst im Depot verweilen, und durfte sich über einen Besucheransturm freuen sowie die Nachfrage, wo man denn spenden könne.

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