Viagra & Co: Kampf um den Potenz-Markt

Marketingschlacht um die Manneskraft: Zum fünften Geburtstag von Viagra kämpfen die Pharmariesen mit neuen Sexpillen um Zentimeter – und um einen Fünf-Milliarden-Euro-Markt.

Zwei Ehen, sechs Kinder, davon zwei uneheliche. In seiner Glanzzeit war Fußball-legende Pelé auch in der dritten Halbzeit ein Weltmeister. Heute, mit 62, schlendert er mit nachdenklicher Miene durch die Katakomben des Maracaná-Stadions in Rio und öffnet bedächtig die Tür zur Umkleidekabine. „Hier haben wir früher über vieles gesprochen – nur nicht über Erektionsstörungen.“ Langsamer Kamerazoom, dezentes Firmeninsert – und Schnitt.

Der Fußballgott im Ruhestand gibt den Werbeträger für Viagra; Paul Newman, Jahrzehnte hindurch Symbol für Hollywoods Virilität, steht als Testimonial für die Sexpille Cialis Pate; selbst Robert Dole, erzkonservativer US-Senator, lässt sich neuerdings als Zugpferd für Potenztabletten einspannen: Drei Männer von Welt als Protagonisten einer globalen Marketingschlacht, die immer brutaler wird. Das Match der Pharmariesen um die schrumpfende Männlichkeit – ein Kampf um neue Milliardenumsätze.

Vor gut einem halben Jahrzehnt, als der US-Arzneimittelmulti Pfizer (Gesamtjahresumsatz: 32 Milliarden Dollar) mit Viagra auf den Markt kam, bestimmten noch steinzeitliche Erektionshilfen wie Saugglocken und Penispumpen aus dem Beate-Uhse-Versandkatalog den Potenzmarkt.

Doch pünktlich zum fünften Geburtstag der blauen Wunderpille erfolgt nun die Sexplosion in der Pharmaindustrie: Wall-Street-Experten rechnen für das kommende Jahr mit einem weltweiten Potenzmittelumsatz von 4,6 Milliarden Euro, im Jahr 2005 soll bereits die Fünf-Milliarden-Grenze durchbrochen werden.

Bis zum Frühjahr cashte Viagra-Erfinder Pfizer noch im Alleingang: 20 Millionen Männer in 115 Ländern profitierten bereits von der Liebeskraft aus der Pillenbox, rund um den Globus wurden in den letzten fünf Jahren nicht weniger als eine Milliarde Viagra-Tabletten geschluckt. Allein im vergangenen Jahr setzte Pfizer mit seiner Potenzpille 1,7 Milliarden Dollar um.

Doch nun soll Konkurrenz das Geschäft beleben. Und wie – selbst Microsoft-Boss Bill Gates will von den enormen Umsätzen profitieren: Der reichste Erdenbürger ist Mehrheitsaktionär des Biotechunternehmens Icos, das zusammen mit dem Pharmakonzern Eli Lilly die Potenzpille Cialis entwickelte.

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PLUS: Potenzpillen: Pharmamarkt mit Potenzial
PLUS: Pharmakampf um Aktionäre
PLUS: Wie sich der Markt in Österreich ändert
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