Telekom: Starkes Finale

Der Telekom-Vorstand, eben noch vor der Ablöse, steigert die Gewinne 2004 und 2005 um je 50 Prozent. Im nächsten Jahr kommt auch „Triple Play“: der Einstieg ins TV-Geschäft.

Stefano Colombo, der Finanzchef der Telekom Austria (TA), kommentiert die Lage mit einem Schuss Sarkasmus: „Ich habe mir schon gute Abschiedsreden für die ganzen Weihnachtsfeiern vorbereitet. Jetzt bin ich noch da und muss neu überlegen, was ich sagen soll.“

Noch im Oktober wackelten die Stühle von Colombo und TA-General Heinz Sundt gehörig. Zwei Monate später blicken die beiden auf die – gescheiterten – Attacken von ÖIAG und Finanzminister gelassen zurück und lassen einfach Zahlen sprechen.

205 Millionen Euro Reingewinn wies die Telekom per Ende September aus. Im traditionell schwachen vierten Quartal wird sich daran nicht mehr viel ändern. Unter anderem deshalb, weil die Kunden im vorweihnachtlichen Run auf Mobiltelefone vor allem ihre alten Geräte gegen neue, hoch subventionierte Handymodelle austauschen. Diese Zuckerln für Vertragsverlängerungen oder Neuverträge kosten die TA-Tochter Mobilkom viel Geld.

Aber auch die gut 200 Millionen Nettoprofit der Telekom, die sich fürs Gesamtjahr 2004 abzeichnen (2003: 134,2 Millionen), bedeuten absoluten Rekord und ein sattes Plus von rund 50 Prozent. Der TA-Vorstand sitzt plötzlich ganz fest im Sattel.
Die vor wenigen Tagen unterschriebene Option auf 100 Prozent des bulgarischen Handybetreibers MobilTel und die Tatsache, dass die ÖIAG noch im Dezember ihre TA-Beteiligung um weitere 17 Prozent reduzierte, macht für Heinz Sundt den Jahresabschluss 2004 sehr versöhnlich.

Goldmünzen als Prämie für die Mitarbeiter. Selbst der vom Scheitern bedrohte Gehaltsabschluss klappte im Finale noch. Die knapp 13.000 Mitarbeiter bekommen 2,4 Prozent Lohnerhöhung plus durchschnittlich 200 Euro Bonus in Goldmünzen – insgesamt eine Prämie von 2,6 Millionen Euro. Betriebsratschef Michael Kolek: „Dieses Paket konnten wir nicht ablehnen.“

Den Aufsichtsräten hat Sundt am Dienstag vor Weihnachten im geheimen Budget 2005 eine Gewinnsteigerung um noch einmal 50 Prozent in Aussicht gestellt: auf rund 300 Millionen Euro. „Wir rechnen im nächsten Jahr mit einem weiteren massiven Anstieg der Nettoergebnisse“, bestätigt Sundt gegenüber FORMAT.

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