Stronach: Das Geheimnis um seine Wettaktivitäten

Einen Monat vor der Eröffnung von Europas modernstem Pferdesportpark deckt Magna-Magnat Frank Stronach erstmals seine Wettaktivitäten auf.

Ulla Weigerstorfer ist beinahe jeden Tag frisch verliebt. Die ehemalige Miss World, passionierte Pferdeliebhaberin und Marketingchefin der Magna Entertainment Corporation Europa (MEC), verfolgt seit Wochen gespannt, wie sich die Stallungen in Europas modernstem Pferdesportpark mit edlen Rössern füllen.

Exakt einen Monat vor der Eröffnung des Magna Racino am 4. April bevölkern bereits 200 Traber und Galopper, angekarrt von unterschiedlichen Besitzern aus ganz Europa, die insgesamt 270 Hektar große Anlage im niederösterreichischen Ebreichsdorf, zwanzig Kilometer südlich von Wien. Weigerstorfer: „Bei Vollbetrieb werden hier 600 Pferde untergebracht sein. Wenn alles klappt, liefern wir hier den Startschuss für weitere Projekte in Europa.“

Franks Pferde bleiben in Übersee
Vollblüter aus dem Besitz von Frank Stronach, Erfinder und Financier des modernsten Pferdesportparks in Europa (Kosten: 75 Millionen Euro), werden im Racino allerdings keine Rennen bestreiten. Der steinreiche 71-jährige Gründer des Autozulieferkonzerns Magna benötigt nämlich alle 800 Pferde aus seinem Privatbesitz für Rennen in Nordamerika.

Dort hat der Austrokanadier mit seiner im Jahr 2000 gegründeten und börsennotierten MEC um 2,5 Milliarden Dollar insgesamt 15 Rennbahnen gekauft. Exakt an jener Stelle, wo der vor zehn Jahren in die alte Heimat zurückgekehrte Magnat wegen seines Kugelprojekts (die längst legendäre, 140 Meter hohe „World of Wonder“) als überdrehter Wanderprediger unausgegorener Geschäftsideen belächelt wurde, zieht Pferdenarr Stronach nun ein ausgeklügeltes Konzept aus Sportwetten und Entertainment durch – das alles gespickt mit Superlativen der Sonderklasse.

Stronach über den langen und beschwerlichen Weg nach Ebreichsdorf: „Meine Leidenschaft für den Rennsport begann vor vielen Jahren. Diese Faszination und die Liebe zu den Pferden hat mich nie wieder losgelassen. In Ebreichsdorf setzen wir nun den ersten Schritt in Europa.“
Ob die MEC von Ebreichsdorf aus in ebenso kurzer Zeit ebenso massiv wie in Nordamerika expandieren kann, wird vom Erfolg der größten privaten Investition abhängen, die jemals in eine österreichische Sportanlage geflossen ist. Mit der Umsetzung be-traut ist mit Bruno Schlintner ein Mann, der sich bisher als Sanierungsmanager einen Namen gemacht hat.

Schlintner: „Wir fahren mit der MEC Europa auf drei Schienen: mit der Einführung der Marke Racino. Mit dem TV-Label Race on TV, das hier entwickelt wurde, mit dem wir den europäischen Konsumenten Rennübertragungen schmackhaft machen wollen und das in einem ersten Schritt über die Filialen von Admiral Sportwetten gesendet wird. Und schließlich mit einem kompletten Angebot, das von uns neu entwickelte Terminals für Pferdewetten und eine völlig neue Videolotterie beinhaltet.“

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