Steuerexperte Kofler in FORMAT: "Steuerreform wird revolutionär"

In einem Interview mit dem neuen Nachrichtenmagazin FORMAT nimmt Herbert Kofler, Leiter der Steuerreform-Expertengruppe im Finanzministerium und engster Berater von Finanzminister Karl Heinz Grasser, erstmals zu den Plänen für die Steuerreform 2005 Stellung.

Die Steuerreform 2005 verdiene durchaus das Attribut "revolutionär", meint Kofler. "Jeder Bürger wird die Entlastung spüren." Die Steuerbemessungsgrundlage soll breiter werden, der Spitzensteuersatz gesenkt. Statt fünf Tarifstufen ist eine Variante mit drei Stufen vorstellbar. Eine höhere Besteuerung des 13. und 14. Monatsgehalts schließt Kofler dezidiert aus, eine höhere Besteuerung von Überstunden hält er aber für "überlegenswert".

In Punkto Gegenfinanzierung spricht sich Kofler für eine "minimale Gegenfinanzierung" aus. "Bei der Erbschaftssteuer brauchen wir erstens eine Vereinfachung. Und weil wir im internationalen Vergleich im unteren Bereich liegen, verträgt sie eine Erhöhung. Zur Mineralölsteuer: Jede Steuerreform soll eine ökologische Dimension haben. Durch die Tarifreform geben wir jedem Bürger mehr Geld in die Tasche. Wir senken seine Fixkosten und erhöhen sein disponibles Einkommen. Was er mit dem gewonnen Geld macht, ist seine Entscheidung. Ob er mehr Auto fährt, auch."

Zur zuletzt aufgetauchten Frage, ob der Spitzensteuersatz gesenkt werden kann, ohne die Kapitalertragssteuer (Kest) zu beeinflussen, meint Kofler: "Sie können den Spitzensteuersatz auf 45 Prozent senken, und 50 Prozent weiterhin für Jahreseinkommen ab zehn MIllionen Euro gelten lassen. Damit steht die Zahl 50 im Gesetz, und die Kest kann weiterhin bei 25 Prozent bleiben, wie es alle wollen." Die Bemessungsgrundlage soll durch Änderungen bei den Topf-Sonderausgaben verbreitert werden. Kofler: "Bei den Topf-Sonderausgaben, also Wohnraumbeschaffung und eventuell auch Personenversicherung, ist es wahrscheinlich gescheiter, man streicht sie und geht damit mit den Tarifen runter."

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