Spitzel, Sumpf & Stadion

Neue Gerichtsakten zeigen Indizien für einen Vergabeskandal um das Stadion Klagenfurt – und dokumentieren zugleich haarsträubende Ermittlungsmethoden.

Am 8. Februar übermittelte das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) des Innenministeriums an die Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige mit spektakulärem Inhalt.

Gerichtet gegen vorerst unbekannte Täter, wird von dem auf Korruptionsbekämpfung spezialisierten BIA gleich ein ganzes Paket von Delikten angezeigt: Amtsmissbrauch, Bestechung, Verrat von Amtsgeheimnissen, Weitergabe von Informationen in Vergabefahren und – politisch hochbrisant – der Verdacht illegaler Parteienfinanzierung zugunsten der FPÖ.

Der Verdacht auf verbotene Geldgeschenke zugunsten der Freiheitlichen steht im Zusammenhang mit jenem 66 Millionen Euro teuren Neubau des Fußballstadions in Klagenfurt, das seit Tagen für Schlagzeilen sorgt.

Und, noch pikanter: Die Indizien sind im Gefolge einer Telefonüberwachung aufgetaucht – das Reizwort der Nation, seit Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider am Montag ohne Vorlage von Beweisen behauptet hat, er und 31 weitere Personen seien vom Innenministerium monatelang illegal abgehört worden.

Werner Pürstl, Sektionschef im Justizministerium, hat bisher nur bestätigt, dass es sich „um eine richterlich genehmigte Telefonüberwachung handelt, die ein völlig anderes Wirtschaftsverfahren“ betraf. Doch FORMAT kann das Geheimnis nun lüften.

Beim von Pürstl angesprochenen Wirtschaftsverfahren handelt es sich um Ermittlungen, die am Landesgericht Wiener Neustadt anhängig sind und die sich gegen den Unternehmer Alfred Inzinger, 44, richten. Der aus Kärnten stammende Inzinger, Chef des Energydrink-Unternehmens Power Horse, muss sich in Wiener Neustadt wegen diverser Wirtschaftsdelikte verantworten. Gegen ihn wurde mit richterlicher Genehmigung auch via Telefonüberwachung ermittelt – dabei stießen die Fahnder durch Zufall auf jene Informationen, die nun via BIA-Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gelandet sind.

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