Privat-TV: Magna schielt auf ATV

Der Magna-Gründer Frank Stronach interessiert sich für das Bawag-Paket des Fernsehsenders ATV+. Dort müssen die Aktionäre heuer 31 Millionen Euro Verlust abdecken.

Franz Prenner steht auf Polizisten, Feuerwehrmänner und Ärzte. Der 50-jährige Alleinvorstand der ATV Privat-TV Services AG (ATV+) will gemäß der dieswöchigen Programmpräsentation seine Zuseher im kommenden Jahr mit neuen Reality-Formaten wie „Auf Streife“, „Helden des Feuers“ oder „Ärzte im Einsatz“ erfreuen. Prenner: „Unsere Dokusoap ‚Tausche Familie‘ ist eine echte Erfolgsgeschichte. Was liegt da näher, als dieses Genre auszubauen.“

ATVplus wird auch verstärkt in die Informationsschiene investieren, um eine „echte Alternative zum eher regierungsfreundlichen ORF“ (Prenner) zu bieten. Noch vertrauliche Verhandlungen über eine Kooperation mit den Lotterien für zwei Fernsehproduktionen („Klassenlotterie“ und „Piratenschatz“) befinden sich in der Endphase.

Vom Erfolg des neuen Programmpakets hängt nicht nur für ATV-Macher Prenner sehr viel ab, weil sein Vertrag am 31. Dezember 2005 ausläuft, sondern auch für die Bawag. Die Gewerkschaftsbank kontrolliert derzeit 51 Prozent von ATV+ und sucht intensiv nach einem Käufer für ihr Paket. Bawag-General Johann Zwettler freut sich über das überraschend rege Kaufinteresse und lässt über einen Sprecher ausrichten: „Wir sind mit den jüngsten Entwicklungen bei ATV sehr zufrieden.“

Partner fürs Magna-Pferdewettgeschäft? Der Grund für Zwettlers Zuversicht: Magna-Gründer Frank Stronach hat laut FORMAT-Informationen höchstpersönlich bei der Bawag angeklopft und Gespräche über einen Anteilserwerb in die Wege geleitet. Franz Prenner bestätigt die Verhandlungen: „Frank Stronach interessiert sich für ATVplus. Für seine Ziele sind wir sicher ein interessanter Kooperationspartner.“ Stronach sucht derzeit fieberhaft nach Impulsen für sein hierzulande schleppend laufendes Pferdewettgeschäft. Ein Fernsehsender, der die Rennen live bringt und die Werbetrommel rührt, käme ihm da sehr gelegen.

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