ÖBB unter Strom

Für Bahnboss Huber drängt die Zeit. Setzt er keine weit reichenden Reformen durch, könnte das Geld bald knapp werden.

Ein spektakulärer Deal rund um Lokomotiven zeichnet sich ab: Der High-Tech-Konzern Siemens, auch im Lok- und Waggonbau tätig, sucht einen Käufer für seinen Lok-Pool. Über diesen vermietet der deutsche Konzern Lokomotiven vor allem an Säge-, Stahl- oder Chemiewerke, die damit ihre Ware selbst transportieren.

Einziger inländischer Interessent für die Rent-a-Lok-Firma Dispolok GmbH, die 120 Loks mit einem Neuwert von je vier bis fünf Millionen Euro betreibt, sind die ÖBB, wie Siemens-Österreich-Konzernsprecher Harald Stockbauer FORMAT-Recherchen bestätigt. Bereits 2001 hatte der frühere ÖBB-Chef Helmut Draxler Pläne für die Schaffung eines Lok-Pools gewälzt: Das Geschäftsmodell bedeutet weniger Aufwand und bringt höhere Renditen als der herkömmliche Güterverkehr.

Dazu Huber: „Es stimmt, dass wir uns für das Unternehmen interessieren. Die Siemens-Flotte besteht vorwiegend aus Taurus-Loks, die wir ebenfalls betreiben. In welcher Form wir die Dispolok weiterführen würden, müssen wir uns aber erst ansehen.“

Detail am Rande: Jüngst kritisierte der Rechnungshof die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria, die zu den führenden europäischen Güterbahnen gehört. „Am Wachstum des Stückgutmarktes konnte die Rail Cargo Austria nicht partizipieren. Mehrere Anläufe zur Sanierung dieses seit Jahren verlustträchtigen Bereichs misslangen“, so ein RH-Bericht. „Eine Alternative zum herkömmlichen Güterverkehr wäre ein Lok-Pool aber keinesfalls“, stellt Huber klar. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Geschäftsfelder.“

Huber ist freilich nur mit einem Ohr bei den Gesprächen mit Siemens. Die 2004 per Gesetz verordnete neue Holdingstruktur bringt unerwartet hohe Reibungsverluste und muss adaptiert werden. Zudem muss Huber mit dem ÖBB-Betriebsrat ein neues Dienstrecht aushandeln. Die Bahn steht derzeit gehörig unter Strom.

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