Mythos Jack Welch

Jack Welch machte General Electric zur wertvollsten Firma der Welt. Am Freitag ist der begehrteste Manager aller Zeiten in Wien. Im FORMAT-Interview verrät er seine Erfolgsrezepte.

Der Privatflieger, der diesen Donnerstag in Wien landete, hatte eine ungewöhnliche Größe – es war ein Jumbo. Der Name des Passagiers: Jack Welch, der charismatische Exchef von General Electric (GE). Auch drei Jahre nach seinem Abgang ist sein Nimbus ungebrochen – so wurde Welch kürzlich von der „Financial Times“ wieder zum begehrtesten Manager aller Zeiten für die Besetzung eines Aufsichtsrats gewählt. „Jeder Unternehmenschef will Jack Welch nacheifern“, analysiert Investmentlegende Warren Buffett, „die meisten werden zwar nicht dazu fähig sein, aber wenn sie ihm aufmerksam zuhören, werden sie ihm zumindest näher kommen.“

An diesem Freitag haben Österreichs Topmanager die Gelegenheit, den 69-jährigen Welch live als Stargast auf dem com.sult-Kongress zu erleben. Und im FORMAT-Interview auf den kommenden Seiten erzählt Welch, worauf es beim Führen eines Unternehmens wirklich ankommt.

König des Shareholder Value. Jack Welch, der aus kleinen Verhältnissen stammt, schaffte in seinen 20 Jahren an der Spitze von GE das Kunststück, den Börsenwert von ursprünglich 12 Milliarden auf über 400 Milliarden Dollar zu vermehren. Er baute dafür den altehrwürdigen, leicht erstarrten Elektrokonzern zu einem Netzwerk beweglicher Töchter um. So verdient GE inzwischen mit dem 1985 erworbenen Fernsehsender NBC und dem Finanzarm GE Capital mehr als mit den alten Geschäftsbereichen wie Glühlampen, Elektrogeräten und Kraftwerken. Während seiner Zeit ließ Welch über 100.000 Mitarbeiter kündigen, was ihm den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Neutronen-Jack“ einbrachte – nach der Neutronenbombe, die nur noch menschenleere Gebäude zurücklässt.

Jack Welch ist aber alles andere als ein zynischer Menschenverächter – für ihn sind Auswahl, Motivation und Förderung der Mitarbeiter der Schlüsselfaktor Nummer eins. Sein wichtigstes Ziel ist „Boundarylessness“ – der Abbau von Grenzen. Ganz gleich, ob es dabei um die Beseitigung innerbetrieblicher bürokratischer Schranken, um zu eng gesetzte Zielvorgaben oder um Wissensbarrieren geht. Welch: „Man kann immer dazulernen. Gerade in den Zeiten des aufgeheizten globalen Wettbewerbs ist die Entwicklung des Potenzials der Mitarbeiter wichtiger denn je.“

Lesen Sie im neuen FORMAT das Interview mit der Managerlegende

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