"Mit Geld kann man viel Gutes tun"

George Soros, 7,2 Milliarden Dollar schwerer US-Börsenguru, über die Macht des Kapitals, seinen Krieg gegen George Bush und sein soziales Gewissen.

Er hat einst mit einer spektakulären Attacke am Finanzmarkt das britische Pfund in die Knie gezwungen und dabei eine Milliarde Dollar gecasht. Sein Wort ist so gewichtig, dass er mit einem harmlos gemeinten Anlegertipp ganze Märkte beeinflussen kann: George Soros, 75-jähriger amerikanischer Investor, Platz 55 auf der Liste der Reichsten dieser Welt, selbst ernannter „verhinderter Philosoph“ und spendierfreudiger Sozialmäzen, weilte diese Woche in Wien. Denn Soros unterstützt gemeinsam mit der österreichischen Bundesregierung das Open Medical Institute zur Ausbildung osteuropäischer Mediziner. Nach einem Empfang im Bundeskanzleramt mit Wolfgang Schüssel und Elisabeth Gehrer sprach Soros mit FORMAT über Reichtum, Politik und soziales Engagement.

Format: Mister Soros, Sie haben an den Börsen und mit Devisenspekulationen Milliarden verdient. Warum geben Sie so ungern Anlegertipps?
Soros: Ich bin damit vorsichtig. Meine Aussagen könnten überbewertet werden, zu viele Anleger könnten davon Gebrauch machen und damit den Markt verzerren.
Format: Sie sind in Österreich, weil Sie das Salzburger Open Medical Institute kofinanzieren.
Soros: Das Institut unterstützt junge Ärzte aus Zentral- und Osteuropa, Zentralasien und Russland. Es geht um Wissenstransfer.
Format: Es handelt sich um ein Gesundheitsprojekt, während Sie gewöhnlich Demokratisierungsprojekte sponsern. Wie hat es das Institut geschafft, trotzdem Geld von Ihnen zu bekommen?
Soros: Die Initiative passt wirklich nicht beson-ders gut zu meinen Foundations. Doch vor allem das Engagement von Institutsleiter Professor Wolfgang Aulitzky und der Enthusiasmus der dort aktiven Ärzte hat mich zur Unterstützung bewogen. Inzwischen entspricht es meinen Zielen auch schon etwas mehr als am Anfang.

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