Mieten oder Kaufen: Hard- und Software auf Raten

Was bei Firmenautos längst Status ist, etabliert sich langsam auch in der IT: Leasing oder Mietvarianten haben durchaus Vorteile, nicht nur steuerlicher Natur.

IT-Leasing ist mehr als Finanzierung“, sagt Wolfgang Gruber, IT-Leiter der Anker Versicherung. „Als Versicherungsunternehmen brauchen wir nicht unbedingt Fremdfinanzierung.“ Warum er sich kürzlich dennoch entschloss, die neuen Laptops und mobilen Drucker für 340 Außendienstler „auf Raten“ zu nehmen, hat strategische Gründe: „Wir können innerhalb der Laufzeit nachrüsten, falls sich technologische Neuerungen ergeben, oder die Stückzahlen flexibel anpassen. Am Ende der Laufzeit besteht Flexibilität bezüglich Weiterverwendung oder Rückgabe der Geräte.“

Keine Frage, alternative Finanzierungsmodelle zum Kauf sind auch im EDV-Bereich im Kommen. Zwar stehen in Europa noch immer 80 Prozent der Hardware im Anlagevermögen, doch der Anteil geleaster oder gemieteter Mobilien steigt konstant, bestätigen die Marktteilnehmer. „IT-Leasing war lange ein Stiefkind“, sagt Peter Engert von Raiffeisen Leasing, „durch Basel II hat sich das 2004 überdurchschnittlich entwickelt.“ Basel II – die strengen Eigenkapitalrichtlinien – werden von IT-Herstellern immer wieder ins Treffen geführt. „Das Interesse an Leasing gerade bei den KMUs“ beobachtet Klaus Geisslmayr, Österreich-Chef der IBM Global Financing, „weil Leasing die Liquidität erhöht.“

Die Steuer- und Bilanzvorteile werden aus Sicht der Steuerberater aber etwas relativiert. „Ob Leasing oder Kauf empfehlenswert ist, hängt von der Ertragslage ab“, sagt Stephan Böck von Böck & Partner. „Die Banken werden auch Leasingraten zu den Basel-II-Ratings heranziehen“, pflichtet ihm Karl Bruckner von der BDO Auxilia bei.

Wann lohnt Miete oder Kauf?

  • Leasing ist für junge Unternehmen interessant, die Raten sind konstant und kalkulierbar.
  • Bei ertragsstarken Unternehmen können kurzfristige Leasingverträge zu einer „beschleunigten“ Abschreibung führen. So können IT-Anlagen mit einer vierjährigen Abschreibungsdauer im Extremfall in 20 Monaten abgeschrieben werden. Wer kurzfristig mit hohen Gewinnen rechnet, für den ist die kurze Leasingdauer eine wirkliche Steuerersparnis.
  • Wer nachhaltig hohe Gewinne hat, dem fehlen nach Ablauf der Grundmietzeit diese Betriebsabgaben – der klassische Vorzieheffekt. Das spricht eher für den Kauf.
  • Sind die Mittel für den Kauf vorhanden, spart man sich beim Kauf Gebühren für den Leasingvertrag (0,8 %) und Versicherungen, die für das Leasinggut abzuschließen sind. Selbständige Wirtschaftsgüter (bis 400 Euro) können damit sofort abgeschrieben werden.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Wirtschaft

Neues Samsung-Smartphone kommt nach Brand-Debakel später

Donald Trump: Seine Wahl zum US-Präsident Donald hat die US-Börsen beflügelt.

Geld

Mischfonds: Veranlagung für unruhige Zeiten

Wirtschaft

Kompakt: Die Schlagzeilen des Tages