Licht & Schatten im Wettbusiness

Die Wettfirma betandwin zahlt dem AC Milan 60 Millionen und landet den spektakulärsten Sponsordeal einer Austro-Firma. Gleichzeitig brodelt in Graz ein Wettskandal.

Mailand, San-Siro-Stadion, am Tag nach der 1:0-Niederlage des AC Milan gegen den FC Barcelona: Sattelschlepper führen den Müll weg, den die 70.000 Tifosi hinterlassen haben. In der VIP-Lounge des AC Milan wird für die eintreffenden internationalen Journalisten gute Stimmung simuliert. In Endlosschleife tönt die Klubhymne mit dem etwas eintönigen Text „Milan, Milan …“ aus den Lautsprechern. Der Berlusconi-Vertraute und CEO des AC Milan, Adriano Galliani, hat zu einer Pressekonferenz geladen. Gemeinsam mit dem Vorstand des österreichischen Internet-Wettanbieters betandwin, Manfred Bodner, nimmt er vor dem betandwin-Logo am Podium Platz.

Nach blumiger Einleitung präsentiert Galliani einen der höchstdotierten Sponsoringverträge, den je ein österreichisches Unternehmen abgeschlossen hat: Satte sechzig Millionen Euro investiert betandwin als Trikotsponsor. „Grazie, Adriano“, sagt Manfred Bodner nach Ende von Gallianis Rede, um gleich darauf ebenso wortreich auf Englisch auszuführen, was für ein großer Tag dies für betandwin und die Sportwetten überhaupt sei.

Szenenwechsel. Mittwoch, 9.30 Uhr, in Graz. Schon die Einladung zu einer Pressekonferenz der Sicherheitsdirektion Steiermark lässt dunkle Wolken über dem österreichischen Fußballhimmel aufziehen. „Großer Wettbetrug überschattet den SK Sturm“ lautet das Thema. Sicherheitsdirektor Hofrat Josef Klamminger und Einsatzleiter Oberstleutnant Erwin Strametz vom Landeskriminalamt beschreiben mit ernsten Mienen einen brisanten Kriminalfall in der Grazer Kickerszene. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen stehen SK-Puntigamer-Sturm-Trainer Michael Petrovic und Stürmer Bojan Filipovic.

Gegen die beiden laufen Ermittlungen wegen Verdachts auf Annahme von Bestechungsgeldern und Manipulation von Spielen zugunsten einer deutschen Tätergruppe, die im Wettgeschäft tätig ist. Für beide gilt die Unschuldsvermutung. Sturm-Präsident Hannes Kartnig gegenüber FORMAT: „Mir liegen eidesstattliche Erklärungen meiner verdächtigten Leute vor. An die glaube ich, solange keine konkreten Beweise vorliegen.“

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