Kochkunst für Jedermann

Haubenköche wie Jörg Wörther und Helmut Österreicher schlagen völlig neue Wege ein. Wie sie die Festspielstadt Salzburg und Wien auf ganz andere Art bekochen wollen.

Neugierige Passanten in der Salzburger Getreidegasse, die durch die von Baustaub bedeckten Fenster des Hauses Nummer 50 lugen, sehen eine Art Edelsaloon: eine lange, geschwungene Bar aus auf Hochglanz poliertem, massivem Holz, stabile Stehtische, eine imposante Treppe. Ein gediegenes, der Festspielstadt angemessenes Umfeld, in dem sich in zwei Wochen viele Menschen die Finger abschlecken werden: Am 15. August eröffnet Jörg Wörther mit seiner Crew das Carpe Diem, im dem an nichts gespart wurde außer am Besteck.

Gegessen wird hier mit den Fingern, wie beim Würstelstand oder Burgerbrater, doch an Fastfood würde niemand denken, der die knusprigen Stanitzel („Cones“) aus Kartoffeln, roten Linsen oder Polenta mit Dutzenden verschiedenen Füllungen kostet, mit denen Wörther derzeit die Grenzen seiner kulinarischen Phantasie auslotet. „Mir fallen dauernd neue Kreationen ein“, erzählt der Starkoch im FORMAT-Interview begeistert. „Das ist ein so geiles Projekt, ich flippe schon jetzt vor Freude aus.“

Fingerfood im Herzen der Stadt. Mitten auf dem touristischen Trampelpfad Salzburgs laufen die Bauarbeiten derzeit
auf Hochtouren. Bis Mariä Himmelfahrt werde alles garantiert fertig sein, sagt Wörther zuversichtlich. Ab dann wird auf zwei Etagen „Fingerfood vom Feinsten“ serviert, so der Untertitel des Lokals aus dem Imperium des Red-Bull-Chefs Dietrich Mateschitz.
Im Erdgeschoß an Stehtischen und als Take-away, wer’s weniger eilig hat, schlemmt sich im ersten Stock an gedeckten Tischen durch eine Menüfolge, in der kein Aroma doppelt vorkommt. Jörg Wörther, der im Schloss Prielau mit vier Hauben die höchstmögliche Auszeichnung als Koch erhielt, ist es seinem Ruf als „Mozart der Küche“ schuldig, auch bei Fingerfood mit Geschmackssensationen auf ungeahnter Kreativitätsstufe zu verblüffen.
„Es war mein Ziel, der größte Koch des Landes zu werden“, sagt Wörther offen. „Das habe ich im Schloss Prielau erreicht, aber danach brauchte ich eine neue Herausforderung.“
Dass der Stolz auf die Adelung mit Hauben und Sternen im Laufe der Zeit verwelkt, erzählt auch Helmut Österreicher, der vor einem halben Jahr überraschend das frisch eröffnete Steirereck im Wiener Stadtpark verließ: „Mit der Zeit wird diese Sternenküche fad – beim Essen und beim Kochen.“

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