Karikaturenstreit: Hassobjekt Europa

Zwölf Mohammed-Karikaturen machen die EU zum neuen Feindbild Nummer eins für Islamisten. Was kann EU-Ratspräsident Wolfgang Schüssel dagegen tun?

Aussendungen des Bundeskanzlers sind in diesen Tagen geprägt von epochalen Sätzen. Erst ruft der Kanzler zur Völkerverständigung auf, dann zum Dialog der Kulturen und vor allem immer wieder zum Ende der Gewalt. Kein Zweifel, durch den EU-Ratsvorsitz steht Wolfgang Schüssel jetzt auf der ganz großen Showbühne, und wenn der österreichische Bundeskanzler zur Weltpolitik spricht, dann wird das nicht nur im Linzer „Neuen Volksblatt“ abgedruckt, sondern in den ernsthaften Medien in aller Welt.

Doch mittlerweile steht Schüssel stärker im Brennpunkt, als ihm lieb sein kann. Denn der Streit um die islamfeindlichen Karikaturen einer dänischen Tageszeitung entwickelt sich immer mehr zu einem Kampf der Kulturen zwischen dem Islam und der westlichen Welt. Doch in diesem Fall geben nicht die USA den bereits bewährten Reibebaum für Islamisten aus aller Welt ab, sondern die EU. Wenn in Teheran, Damaskus, Kairo oder den Palästinensergebieten Flaggen brennen und Steine auf Botschaften fliegen, dann geht es gegen Symbole und Staaten der Union. Diese Situation ist neu für die Union – und auch für den aktuellen EU-Ratspräsidenten Wolfgang Schüssel.

Doch was kann Schüssel in dieser prekären Situation tun, um die Krise zwischen der EU und den islamischen Staaten zu entschärfen? Selbst Parteifreunde glauben nicht, dass Schüssel allzu viel Spielraum hat, zumal der Streit um die zwölf Mohammed-Karikaturen in der rechtsliberalen dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ wohl nur der Anlass, aber sicher nicht der eigentliche Grund für den Konflikt mit der islamischen Welt ist.

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