Kampf um jeden Brief

Der Briefmarkt soll 2009 EU-weit geöffnet werden. In Österreich rüstet die Post AG gegen den Angriff neuer Konkurrenten.

In der Postfiliale am Laurenzerberg in der Wiener City herrscht Chaos. Die gesamte Verkaufsfläche wird umgebaut, Lärm und Staub beherrschen die Atmosphäre. An zwei kleinen, provisorischen Schaltern werden Kunden bedient, und die sonst mit Schreibmaterialien und Kuverts prall gefüllten Verkaufsregale sind jetzt bloß spartanisch bestückt. „Keine Ahnung, wann das alles fertig ist“, stöhnt ein Postmitarbeiter.

Kein anderes österreichisches Unternehmen arbeitet derzeit so intensiv an der eigenen Modernisierung wie die im Mai an die Börse gegangene Post AG. Vierhundert Millionen Euro hat Post-Chef Anton Wais bisher dafür lockergemacht.

Der Grund für das hektische Treiben: Das Post-Management muss aus dem einst trägen Staatsbetrieb so rasch wie möglich einen lukrativen und modernen Logistikanbieter zimmern. Denn spätestens 2009 soll der gesamte österreichische Postmarkt liberalisiert sein. Private Konkurrenten wie Redmail warten nur darauf, der Post Marktanteile am 800-Millionen-Euro schweren Briefmarkt abzujagen. Das staatsnahe Unternehmen muss sich daher schon jetzt wettbewerbsfit trimmen. Post-Vorstand Walter Hitziger: „Wir sind auf die Liberalisierung vorbereitet“.

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