„Jetzt wird die Ernte eingefahren“

Bundeskanzler und ÖVP-Spitzenkandidat Wolfgang Schüssel über die Wahrscheinlichkeit einer verlängerten Amtszeit, deren bisherige Bilanz und seine Pläne für „four more years“.

Der diesjährige Hitzesommer verläuft für Kanzler Wolfgang Schüssel nur scheinbar ähnlich wie jene der vergangenen Jahre. Eine Abfolge offizieller Termine in Wien (etwa: ausgedünnte Sitzungen des Ministerrats) und Salzburg (vor allem rund um die Festspiele), dazwischen immer wieder einige Tage im traditionellen Sommerrefugium in St. Gilgen am Wolfgangsee. Ebenfalls traditionell: ein Musik- und Liederwochenende im südsteirischen Retzhof, im August dann die meditativen „Exerzitien“ in Seckau. Davor noch zu Beginn der kommenden Woche ein zweitägiges „Treffen für Stabilität in Südosteuropa“ in Salzburg, an dem neben Schüssel und Außenministerin Ursula Plassnik auch Erhard Busek, Koordinator des Stabilitätspaktes für die Region, sowie der kroatische Regierungschef Ivo Sanader, der rumänische Ministerpräsident Calin Popescu-Tariceanu, Bosniens Adnan Terzic, der Premierminister der neuen Republik Montenegro Milo Djukanovic und dessen albanischer Amtskollege Sali Berisha teilnehmen. Trotz dieser Tagung und trotz der fortwährenden Konsultationen um den neu entflammten Krieg im Libanon (siehe Kasten unten) steht wohl aber dieses Jahr die Innenpolitik besonders stark im Vordergrund: Schließlich hat Schüssel am 1. Oktober eine Wahl zu schlagen, viel spricht dafür, dass er danach wie 2002 als Chef der stärksten Partei von Bundespräsident Heinz Fischer mit Koalitionsverhandlungen betraut wird. Anders als 2000, als er als Drittstärkster nach der Wahl 1999 den Sprung ins Kanzleramt schaffte. Im FORMAT-Gespräch wirbt er für „four more years“.

Format: Herr Bundeskanzler, seit der heutigen Sitzung des Ministerrates ist es offiziell: Am 1. Oktober wird gewählt. Nach allen Umfragen bleiben Sie danach Kanzler und müssen nur zwischen verschiedenen Regierungspartnern wählen. Four more years. Fast langweilig.
Schüssel: Überhaupt nicht. Umfragen sind Umfragen und Wahlen Wahlen. Selbst wenn die ÖVP vorne bleibt, ist noch nichts fix, es können sich ja auch andere Mehrheiten bilden …
Format: So wie 2000, als Sie es vom dritten Platz auf den Kanzlersessel schafften …
Schüssel: 2000 ist um drei Uhr früh der fertige Koalitionsvertrag von der SPÖ abgelehnt worden, 2002 haben nach nächtelangen Verhandlungen die Grünen die Koalitionsgespräche abgebrochen. Es kommt stets darauf an, welche Zusammenarbeit sich ausgeht, nicht nur darauf, wer die stärkste Partei wird. Wenn sich diesmal Rot-Grün ausgeht, wird’s gemacht.

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