In FORMAT: Kanzler attackiert den SP-Chef

Frontal-Attacke! In einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden FORMAT geht der Bundeskanzler erstmals auf seinen direkten Konkurrenten im Wahlkampf los. So sagt Schüssel unter anderem: "Mit Cap und Gusenbauer haben eben zwei ehemalige Jungsozialisten das Ruder übernommen ..." Schüssel kritisiert aber auch Teile der FPÖ, wenn er trotzig angibt, "ohne die Putschisten hätten wir eine Mehrheit von 55 Prozent zusammengebracht."

Wolfgang Schüssel: "Unter Alfred Gusenbauer ist die SPÖ deutlich nach links gerückt und zu den alten Konzepten des Schuldenmachens zurückgekehrt. Versprechungen für alles und jedes, ohne nur einen Gedanken an die Finanzierbarkeit zu verschwenden. Mit Cap und Gusenbauer haben eben ehemalige Jungsozialisten das Ruder übernommen. Die wollen nun ihre alten Rezepte umsetzen. Die SPÖ war schon weiter, etwa in Europafragen. Da gab es mehr Gemeinsamkeiten mit Viktor Klima als mit Gusenbauer."

Wenig gute Worte lässt er auch an seinem Konkurrenten, der FPÖ. Sie sei "wirklich schwer gebeutelt und durchgerüttelt, das Team verläuft sich in alle Richtungen"; die SPÖ hingegen habe "gar kein Team oder kann es nicht herzeigen."

Dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider wirft er vor, dass "er sich nicht von Anfang an massiv dagegen (gegen die Putschisten, Anm.) gegengestellt hat. Ich glaube nicht, dass das alles von ihm intendiert war, und wenn, dann war es extrem patschert. Das ist im übrigen meine Hauptkritik an den Putschisten in der FPÖ: Ohne sie hätten wir eine Mehrheit von 55, sechzig Prozent zusammengebracht. Die aufständische Truppe hat von innen gesprengt, was von außen, durch Sanktionen, Demonstrationen und Generalstreik nicht zerstört werden konnte."

Als sein Wahlziel bezeichnet er, Kanzler zu werden - nicht Erster. Schüssel: "Mein Wahlziel ist Bundeskanzler zu werden und auf einer nach oben offenen Schüssel-Skala möglichst viele Wähler zu gewinnen." Koalitionspräferenzen äußert er nicht. "Die einzige Koalition, die sich in diesen unruhigen und sehr unsicheren Zeiten abzeichnet, ist die Zusammenarbeit mit möglichst vielen Wählern. Das ist meine Marktchance. Die Leute können diesmal wirklich auswählen: Die FPÖ steht deutlich rechts der Mitte, die SPÖ deutlich links und wir sind in der Mitte. Die ÖVP ist die solidarische Mitte. Punkt."

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT.

Im März 2017, kurz nach seinem 67. Geburtstag, wird Karl Sevelda den Vorstandsvorsitz bei der RBI zurücklegen, die er in den letzten vier Jahren erfolgreich schrumpfte. Er war sein ganzes Berufsleben lang Banker bei CA und Raiffeisen, unterbrochen von einem Ausflug zu FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger (1983-85).

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