Immokaiser Karl

1,1 Milliarden Euro aus dem Billa-Verkauf 1996 hat Karl Wlaschek in Immobilien gesteckt – und sein Vermögen in den vergangenen neun Jahren glatt verdoppelt.

Das Palais Daun-Kinsky im 1. Wiener Gemeindebezirk, Freyung 4, ist ein barocker Prunkbau. Im Innenhof des Stadtpalais, von Johann Lukas von Hildebrandt 1716 erbaut, weist nur ein schlichtes Schild den Weg: Amisola, Estrella, Novoreal – 3. Stock, runde Stiege. Über eine schmale Wendeltreppe geht es ganz nach oben. Dort, dicht unter der gläsernen Kuppel, hinter einer unauffälligen weißen Tür mit goldenen Griffen, befindet sich der Firmensitz von Österreichs größtem privatem Immobilienbesitzer: Karl Wlaschek.

Wlaschek, Jahrgang 1917, besitzt Palais, Hotels, Zinshäuser und Bürotürme. Unter seinem Vermögen befinden sich so bekannte Bauten wie die alte Wiener Börse, das Palais Ferstel, das Vienna Plaza oder der Ares-Tower. Jüngste Zukäufe: der Herrenhof in der Herrengasse 10 und das Gebäude am Dr.-Karl-Lueger-Ring, in dem das Café Landtmann untergebracht ist. Nur Immobilienbesitzer wie die staatliche Bundesimmobiliengesellschaft oder die börsennotierte Immofinanz sind noch größere Player am heimischen Immobilienmarkt.

Seit der Billa-Gründer 1996 die Supermarktkette um 1,1 Milliarden Euro an den deutschen Rewe-Konzern verkaufte, hat er kontinuierlich in lukrative Immobilien investiert. Ergebnis: Heute ist sein Vermögen doppelt so groß wie noch nach dem Billa-Verkauf. Denn der Wert seiner Objekte beläuft sich heute auf mehr als zwei Milliarden Euro.

Die Rechnung dahinter: Wlaschek erzielt mit seinen Investments laut eigener Aussage durchschnittlich sechs Prozent Rendite pro Jahr. Tatsächlich dürfte sie noch höher liegen. Denn in der Branche ist bekannt, dass der 88-Jährige und seine Manager, Ex-Immofinanz-Vorstand Michael Mitterdorfer und der ehemalige Geschäftsführer der Stumpf AG, Rainer Deichstetter, die Latte sehr hoch legen: Unter sechs Prozent Rendite treten sie einem Offert gar nicht näher.

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