Haiders Bankaffäre

Die Groteske um die Hypo Alpe-Adria-Bank beschädigt zunehmend auch deren Eigentümervertreter Jörg Haider. Jedenfalls seine Achse zu Bank-Boss Kulterer.

Die Hoffnung währte nur kurz: Als Wolfgang Kulterer vergangenen Dienstag im Wiener Marriott Hotel seinen Rücktritt als Generaldirektor der Hypo Alpe-Adria-Bank bekannt gab, erklärte er im Brustton der Überzeugung: „Ich hoffe, dass die Politik ab nun keine Kommentare mehr zur Bank abgibt. Das schadet der Hypo.“ Dabei war es gerade Kulterers Vorgehensweise, die nun im Wahlkampf ordentlich Munition liefert. Und Haider kommentiert weiter.

Der Rücktritt war der zweifelhafte Versuch des 53-Jährigen, der 15 Jahre an der Spitze der Bank gestanden war, sich und den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider als Eigentümervertreter der Bank aus den Schlagzeilen zu bringen und einer Amtsenthebung durch die Finanzmarktaufsicht FMA zuvorzukommen. Besondere Chuzpe bewiesen die beiden Reisegefährten – Kulterer war mit Haider im Mai 2000 auf Geschäftsreise beim libyschen Revolutionsführer Muammar Gaddafi – mit dem Kunststück, Kulterer per 1. Oktober als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank zu installieren. „Ein Vorstand, der belastet ist, kann nicht in den Aufsichtsrat wechseln. Das ist eine glatte Umgehung der Gesetze“, sagt der Budgetsprecher der Grünen, Werner Kogler, gegenüber FORMAT. „Das ist ein absurder Vorgang, der sonst nur noch in Albanien möglich ist.“ Mehr noch: Nicht nur Haider, auch Kulterer selbst stellten in widersprüchlichen Meldungen sogar eine mögliche Rückkehr Kulterers an die Bankspitze in den Raum.

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