Großes FORMAT-Interview: Pröll skizziert erstmals sein Amtsverständnis

In einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT erläutert der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll und mögliche VP-Präsidentschaftkandidat (Pröll entscheidet im Herbst, ob er antritt) sein Amtsverständnis. Für den künftigen Bundespräsidenten sei es zunehmend wichtig, dass er "in spannungsgeladenen innenpolitischen Zeiten aufgrund seiner Erfahrung kühlen Kopf bewahrt."

Pröll wörtlich: "Wichtig ist, dass der Bundespräsident eine Autorität im besten Sinne des Wortes ist und tatsächlich auch zum richtigen Zeitpunkt das richtige Wort findet. Die innenpolitischen Zeiten, das hat die Vergangenheit gezeigt, werden konfliktträchtiger. Da ist es wichtig, dass ein Staatsoberhaupt über jahrzehntelange Erfahrung und eine runde Persönlichkeit verfügt. Ein Bundespräsident sollte kein Überkanzler, sondern ein Mahner, ein Warner und ein sehr umsichtiger Beobachter der politischen Szenerie sein." Österreich brauche jetzt einen Bundespräsidenten, "den eine ruhige umsichtige Art auszeichnet, es muss ja nicht blutleer sein."

Mögliche innerparteiliche Konkurrenz
Auf seine mögliche innerparteiliche Konkurrentin, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, angesprochen, meint Pröll knapp: "Ich bin überzeugt davon, dass der Bundeskanzler die Qualitäten der Außenministerin richtig einschätzen kann, weil er sehr intensiv mit ihr zusammenarbeitet."

Im übrigen, so Pröll, habe sich das Anforderungsprofil an den Bundespräsidenten in den letzten Jahren "vor allem seit dem Beitritt zur EU gewandelt." Pröll: "Die außenpolitischen Kontakte reduzieren sich in erster Linie auf Repräsentation. Außenpolitische Entscheidungen werden von Kanzler und Außenamt getroffen."

Kandidat Pröll würde LH und ÖVP-Mitgliedschaft zurücklegen
Sollte er Präsidentschaftskandidat werden, würde er das Amt des Landeshauptmannes und die ÖVP-Mitgliedschaft sofort zurücklegen: "Wer auch immer Kandidat sein sollte, muss seine aktuelle Funktion sofort zurücklegen, um auch tatsächlich zu signalisieren, dass er unabhängig sein will."

Bei einer verlorenen Wahl könne er nicht mehr in die Funktion des Landeshauptmannes zurückkehren. Pröll auf die entsprechende Frage: "So ist es. Der Kandidat, wer auch immer das sein mag, muss dokumentieren, dass er absolut glaubwürdig ein überparteilicher Kandidat ist."

Das Interview im Wortlaut lesen Sie im Kasten rechts!

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