Goldgrube Osteuropa: Die Börsen im Osten sind nach wie vor ein heißer Tipp

Den goldenen Westen haben sich die Aktionäre wohl anders vorgestellt. In den vergangenen fünf Jahren mussten die Besitzer von westeuropäischen Aktienfonds im Schnitt einen Verlust von fünf Prozent im Jahr verkraften. Dagegen waren die Börsen in Osteuropa ein wahres Eldorado. Eine erfolgreiche Goldgräberin ist Angelika Millendorfer. Die Fondsmanagerin des Raiffeisen-OsteuropaFonds hat seit 1999 das Kapital ihrer Kunden um 150 Prozent vermehrt.

Die Goldader Osten beschränkt sich nicht nur auf die Börsen – auch mit Anleihen und Immobilien liegen die Chancen auf Erfolg deutlich höher als im etablierten Westen. FORMAT zeigt die besten Produkte für Anleger und bietet als speziellen Service für Aktionäre ab Seite 82 eine umfassenden Analyse des Shareholder Value der wichtigsten Aktien der Reformstaaten.

Millendorfer sieht kein Ende der Erfolgsgeschichte Ost: „Die Wirtschaft wächst zwei- bis dreimal so schnell wie im Westen. Und die Lohnstückkosten betragen oft nur 20 Prozent des Westwertes.“

Trotzdem ist die Zeit des blinden Zugreifens längst vorbei. So gilt die tschechische Börse bereits als überteuert. Mehr Potenzial haben Ungarn und Polen. Mark Mobius, Chef des Franklin-Templeton-Eastern-European-Aktienfonds: „Polen ist das größte EU-Beitrittsland und wird besonders von einer anziehenden Konjunktur in Westeuropa profitieren.“ Raiffeisen-Fondsmanagerin Millendorfer setzt stärker auf die Börse Budapest: „OTP ist die am stärksten wachsende Bank und massiv im Hypothekargeschäft, der Ölkonzern Mol profitiert von hohen Raffineriemargen.“

Boomtown Moskau. Wer noch billig einsteigen will, muss nach Russland schauen: Sieben Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2004 werden weltweit nur noch von China übertroffen. Trotzdem liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis heuer bei geschätzten 6,4 – nicht einmal die Hälfte des Werts von Prag. Dementsprechend haben trotz des deutlich höheren Risikos fast alle Osteuropafonds den eindeutigen Schwerpunkt an der Börse Moskau. Paul Severin, Manager des Capital Invest Eastern Europe Stock: „Mein Topfavorit ist der Handybetreiber MTS, der heuer 44 Prozent und im kommenden Jahr sogar 60 Prozent Kundenzuwachs haben könnte.“ Auch die Ölgiganten sind ein heißer Tipp, allerdings sorgt der Streit zwischen Staatschef Wladimir Putin und Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski immer wieder für Unsicherheit bei Yukos und Co. Ein Sieger des Streits könnte Lukoil werden. Severin: „Die Aktie kann davon profitieren, dass der Staat der dominierende Eigentümer ist. Damit entfällt das politische Risiko.“

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