FORMAT: Staatsanwälte sind über Schuld Rettbergs uneinig, dennoch droht Anklage

Helmuth Seystock, Oberstaatsanwaltschaft Wien, ist in der Causa Rettberg nach Würdigung einer Anzeige durch das Landesgendarmeriekommando Niederösterreich, Abteilung Wirtschaftskriminalität, und eines Vorhabensberichtes der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt vorerst zu dem Schluss gekommen, dass die Vorwürfe gegen den einstigen Libro-Chef Rettberg zu dünn für eine Anklage sind. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

Laut FORMAT bezeichnet Seystock Rettbergs Vorgehensweise gegenüber seinen Gläubigern, allen voran BA-CA und Oberbank, in dem Papier als weitgehend legitimen stillen Ausgleich. Der seit 5. Februar flüchtige Rettberg hätte damit als freier Mann nach Österreich zurück kehren können.

Verschleierung von Vermögensverhältnissen
Laut FORMAT droht Rettberg nun dennoch eine Anklage, voraussichtlich wegen einer zu geringen angebotenen Quote und Verschleierung seiner wahren Vermögensverhältnisse. Einen entsprechenden Vorschlag will Werner Pleischl, Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, kommende Woche dem Justizministerium übermitteln. Seystock bestätigte die FORMAT-Recherchen: "Mein erster Vorschlag (betreffend die Einstellung des verfahrens, Anm.) wurde nicht genehmigt. Ich arbeite derzeit eine neue Empfehlung aus."

Eine Einstellung des Verfahrens wäre vor allem für die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, die stets besonders kompromisslos gegen Rettberg vorgegangen war, und für die Anwaltskammer peinlich gewesen. Die Kammer hatte Rettbergs Anwälte Gerhard Eckert und Michael Löb vom Dienst suspendiert und hätte bei Einstellung Schadenersatzforderungen der Advokaten zu gewärtigen gehabt.

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