FORMAT: Pröll nach wie vor distanziert zu Ferrero

In einem Interview mit der aktuellen Ausgabe von FORMAT lässt der niederösterreichische VP-Landeshauptmann Erwin Pröll neuerlich Distanz zur VP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner erkennen: "Wen auch immer die ÖVP aufstellt, der wird von Niederösterreich so unterstützt, wie das üblich ist. Aber es ist klar, dass gerade eine Parteiorganisation in einem Präsidentschaftswahlkampf nur eine Hilfskonstruktion sein kann. Die Präsidentschaftswahl ist die Direktwahl schlechthin und wird im wesentlichen von den Persönlichkeiten getragen. Die bestimmen den Wahlkampf und das Wahlergebnis."

Auf die Frage, ob er nicht doch noch selbst antreten werde, antwortet Pröll lachend so: "Es ist nicht mein Ehrgeiz, Ihr Fehlkalkül vom Sommer zu korrigieren." Bis zu seinem freiwilligen Rückzug im September 2003 galt Pröll als der ausichtsreichste VP-Kandidat.

Auf die Frage, ob die Ankündigung des Salzburger VP-Landeshauptmann Franz Schausberger, sich nach der Hälfte der Legislaturperiode zurückziehen zu wollen so knapp vor der Wahl klug sei, meint Pröll knapp: "Das muss Schausberger selber einschätzen und die Wähler werden entscheiden."

Steuerreform: Harte Forderungen von Pröll
An die Bundesregierung stellt Pröll in Sachen Steuerreform harte Forderungen. Der Niederösterreicher will eine deutliche Senkung der Köst, deutliche Senkung der Lohnsteuer sowie eine Senkung des Spitzensteuersatzes.
Pröll: "Die Erweiterung muss ein intensiver Kick werden, um eine kluge Steuerreform zustande zu bringen. In drei Bereichen: Ich will eine radikale Vereinfachung der Tarife mit Absenkungen - auch mit einer Senkung des Spitzensteuersatzes als Signal für die Leistungsträger. Bei der Köst muss das Orientierungsniveau das Durchschnittsmaß in den Nachbarländern sein. Da geht es auch um die Konkurrenzfähigkeit der Ostregion."

Steuer-Anreize für Familien
Familienpolitisch fordert Pröll von der Bundesregierung eine steuerliche Entlastung der Familien: "Die Entwicklung der Geburten- und Sterberate ist alarmierend. 2003 starben in Österreich mehr Leute als geboren wurden. Das ist untragbar. Daher muss steuerpolitisch ein Anreiz geschaffen werden, damit es jungen Leuten leichter fällt, ja zum Kind zu sagen." Pröll weiter: "Wir brauchen einen steuerpolitischen Anreiz für Mehrkindfamlien mit Absetzbeträgen etc. Ich möchte auch jene Familien steuerlich entlasten, die alte Menschen in ihrer Familie pflegen. Das Pflegegeld wurde über viele Jahre nicht erhöht. Das geht sich alles mit dem vom Finanzminister ins Auge gefassten Volumen von 2,5 Milliarden Euro aus."

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