Fit im Tritt

Das Rad ist des Österreichers liebstes Sportgerät. Touristiker orten im Fahrradtourismus gewaltige Potenziale, Verkehrsplaner hoffen auf viele Umsteiger. Und Lebensminister Josef Pröll präsentiert, taktisch clever zum Ende der Rad-WM und wenige Tage vor der Wahl, seinen „Masterplan Radverkehr“.

Salzburg ist noch lange nicht Amsterdam, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die Stadt, in der dieser Tage die Rad-Weltmeisterschaften abgehalten werden (noch bis 24. 9.), ist auch unabhängig vom sportlichen Großereignis die Stadt Österreichs, in der am meisten Rad gefahren wird. Dabei geht es wohl gemerkt nicht um Altstadtkriterien oder Mountainbike-Events, sondern um den ganz normalen Verkehrsalltag. Die SalzburgerInnen fahren, trotz Schnürlregen und Winterkälte, mit dem Rad zum Bäcker, auf die Uni, ins Büro. Der „Radfahranteil“, wie das in der Fachsprache heißt, beträgt in der Stadt sage und schreibe zwanzig Prozent; in Wien beträgt der Anteil aller Wege, die mit dem Rad zurückgelegt werden, gerade einmal fünf Prozent.

Heinz Schaden ist ein Salzburger, der fast täglich mit dem Rad unterwegs ist. Er macht es nicht nur aus purer Vernunft, sondern auch, weil’s Spaß macht und etwas bringt: „Ich habe einen ‚sitzenden‘ Beruf, da bin ich immer froh, wenn ich mich zwischendurch bewegen kann. Außerdem komme ich so unter die Leute, und die finden es ganz lustig, dass sie mich einfach anreden können.“ Warum die Leute Heinz Schaden gerne anreden, ist leicht erklärt: Er ist der Bürgermeister der Mozartstadt. Auch wenn er von seinem Arbeitsplatz im Schloss Mirabell zum Chiemseehof, dem Sitz der Landesregierung, muss, schwingt er sich auf den Sattel; schon allein deshalb, weil er so am schnellsten dort ist. Eine Million Euro pro Jahr ist ihm und der Stadt der Ausbau der Rad-Infrastruktur wert, und mittlerweile, so Schaden, „ist das bei uns unbestritten, es wird von der Bevölkerung sehr geschätzt“. Die Rad-WM ist für ihn ein Vehikel, das Thema Rad noch weiter zu popularisieren; auf seinen Wunsch hin wurde die Eröffnungsfeier des Mega-Events für alle Interessierten unter freiem Himmel abgehalten – bei freiem Eintritt. Salzburg ist also Österreich-Radchampion; aber Österreich liegt im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Ein Däne fährt im Durchschnitt 936 Kilometer pro Jahr mit dem Rad, ein Deutscher immer noch 291 Kilometer, die Alpenrepublikaner bringen es gerade einmal auf mäßige 162 Kilometer. Ausgenommen sind die Vorarlberger, die schaffen beachtliche 399 Kilometer pro Jahr.

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