Erben will gelernt sein

Ende 2002 endet die Steuerfreiheit von Sparbuchschenkungen. FORMAT zeigt, worauf Sie beim Schenken und Vererben achten müssen und wie Sie dabei Steuern sparen.

Wenn sich mit zunehmendem Alter plötzlich wieder Verwandte zum Geburtstag melden, die jahrelang nichts mehr von sich hören ließen, sollte man auf der Hut sein. Und wie Kirk Douglas im Film „Erben will gelernt sein“ sollte man dann genau überlegen, wer nur als Erbschleicher kommt und wer wirklich ein würdiger Anwärter auf das künftige Erbe ist.
Doch diese wichtigen menschlichen Überlegungen sind nur der erste Schritt. Bei der Erstellung des letzten Willens sollte auch sichergestellt werden, daß alle Formvorschriften eingehalten werden und das Erbe möglichst steuergünstig übergeben wird. Sonst kann am Ende doch ein verhaßter Verwandter ungewollt zum Zug kommen oder der Staat mehr kassieren als unbedingt nötig. Die bis zum 31. Dezember befristete Steueramnestie für Sparbuchschenkungen erlaubt derzeit sogar eine Vermögensweitergabe zum Nulltarif.

Frist bis Jahresende
Wer sein Vermögen noch zu Lebzeiten übergeben will, kann durch diese befristete Steuerbefreiung viel Geld sparen. Normalerweise werden nämlich Schenkungen genauso hoch besteuert wie Erbschaften. Bei einem übertragenen Vermögenswert von insgesamt 50.000 Euro werden je nach Verwandtschaftsgrad zwischen 3,5 und 20 Prozent Steuer fällig.

Wer die Amnestie ausnutzen will, sollte aber einige Fallstricke vermeiden. BA-CA-Erbschaftsexpertin Rosemarie Dittrich: „Begünstigt sind nur Sparbücher, nicht aber Geldbeträge oder Überweisungen. Außerdem muß die Schenkung unbedingt ohne Auflagen erfolgen.“ Wer nämlich das Geld zum Beispiel mit Widmung „zur Anschaffung einer Wohnung“ erhält, riskiert, wegen Steuerumgehung doch noch zur Kasse gebeten zu werden. Liegt das Kapital vorerst auf dem Girokonto, kann bei geschickter Vorgangsweise ebenfalls von der Amnestie profitiert werden. Steuerberater Joseph Böck: „Man kann jetzt noch ein neues Sparbuch eröffnen, das Geld einzahlen und in dieser Form bis Jahresende verschenken.“

Bei Sparbüchern mit Einlagen über 15.000 Euro müssen der alte und der neue Besitzer in die Bank gehen, bei kleineren Beträgen ist dies zwar nicht Pflicht, aber empfehlenswert. BA-CA-Expertin Dittrich: „Wenn auf dem Sparbuch nämlich weiter gespart wird und das Guthaben dann 15.000 Euro überschreitet, wird das bisherige Losungswortsparbuch zum Namenssparbuch, und die Bank darf das Guthaben nur noch an den zuletzt identifizierten Kunden auszahlen.“

Mit eigener Hand
Wer sein Vermögen erst im Todesfall übergeben möchte, sollte vor allem sichergehen, daß das Geld nicht in die falschen Hände gelangt. Wer nicht mit der gesetzlichen Erbfolge einverstanden ist, sollte rechtzeitig sein Testament machen. Ewald Maurer, Autor des neuen Ratgebers „Erben & vererben“, der in Kooperation von Manz-Verlag und FORMAT entstand: „Besonders aufpassen müssen unverheiratete Lebensgefährten. Der überlebende Partner geht nämlich ohne Testament leer aus.“

Autor: Martin Kwauka

Mehr dazu lesen Sie im neuen FORMAT.

Außerdem:

  • Das Extraheft "Erben und Vererben" im neuen FORMAT
  • So schenken Sie jetzt Sparbücher zum Nulltarif
Im März 2017, kurz nach seinem 67. Geburtstag, wird Karl Sevelda den Vorstandsvorsitz bei der RBI zurücklegen, die er in den letzten vier Jahren erfolgreich schrumpfte. Er war sein ganzes Berufsleben lang Banker bei CA und Raiffeisen, unterbrochen von einem Ausflug zu FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger (1983-85).

Wirtschaft

RBI-CEO Sevelda: "Ich habe die allerbeste Zeit erwischt"

Wirtschaft

Österreichs Wirtschaft heißt Flüchtlinge willkommen

Bonität

Out of Business: Insolvenzfälle vom 17. Januar 2017