E-Government für Unternehmen

E-Government spart Zeit und Geld. FORMAT zeigt, wie man Amtswege online am besten erledigt und welche Angebote es in Österreich gibt.

Eigentlich sei seine Sekretärin ein Technikmuffel, meint der Transportunternehmer Alfred H., und ihre Ambitionen, neue Arbeitsmethoden zu erschließen, eher bescheiden. Dass die Dame heute dennoch immer Behördenwege am Computer erledigt, hat freilich damit zu tun, dass der virtuelle Marsch zum Amt jede Menge Zeit erspart. Persönliche Vorsprachen bei der Landesregierung, dem Finanzamt oder Magistrat fallen weitgehend weg.

Mittlerweile wird die Steuererklärung online abgegeben, die Transportbegleitung für den Lastwagen beantragt, und auch die EU-Gemeinschaftslizenzen werden per Computer angefordert, wenn ein Transport über die Grenzen geschickt wird. Der heuer geplante Antrag auf Umbau des Betriebsgebäudes wird mit der Behörde ebenfalls fast vollständig papierlos abgewickelt.

Finanzonline als E-Government-Pionier. Fünf bis zehn Prozent aller Amtswege, schätzt Arthur Winter, Sektionschef im Finanzministerium, passieren bereits online. Mit dem mehrfach ausgezeichneten Finanzonline-Portal arbeiten heute etwa 300.000 Bürger, 2.300 Gemeinden und 100.000 Unternehmen. Rund 4.800 Wirtschaftstreuhänder, Notariate und Rechtsanwälte geben derzeit für etwa 880.000 Kunden online Steuererklärungen ab. Einsparungen bedeute dies sowohl für Unternehmer als auch für die Verwaltung, ist Arthur Winter überzeugt. Die Finanzverwaltung überprüft online gelegte Erklärungen nicht händisch. Stattdessen werden die Zahlen mittels Computerprogramm auf ihre Plausibilität durchleuchtet. Was in Zeiten der händischen Bearbeitung rund sechs Wochen in Anspruch nahm, könnte nun auf eine Bearbeitungszeit von rund 48 Stunden reduziert werden, benennt Sektionschef Winter die Größenordnung.

Konnte man 2003 den Steuerausgleich und die Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt elektronisch übermitteln, steht seit Mai heurigen Jahres mit „Finanzonline neu“ ein Unternehmerpaket zur Verfügung, mit dessen Hilfe die wichtigsten Abgabenerklärungen, Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer, am Computer getätigt werden.

Um Zugang zum entsprechenden Formular bei Finanzonline auf www.bundes dienste.at zu erlangen, gilt es einmal, bei einem beliebigen Finanzamt in Österreich mit Ausweis vorstellig zu werden, um sich seinen Zugangscode abzuholen. Wie bei der Umsatzsteuervoranmeldung besteht für Unternehmen die Verpflichtung, auch die Erklärung elektronisch abzugeben. Von dieser im Abgabenänderungsgesetz 2003 festgelegten Regelung ausgenommen sind nur Firmen, deren Vorjahresumsatz unter 100.000 Euro lag, sowie Unternehmen, bei denen die technischen Voraussetzungen für eine Online-Übermittlung nicht gegeben sind.
Etwaigen Sicherheitsbedenken tritt Arthur Winter mit dem Hinweis entgegen, dass man auch bei der Bank auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften vertraue. Wenn man sich bei Finanzonline anmeldet, wird eine so genannte getunnelte, sichere Verbindung aufgebaut.

Will sich ein Unternehmen zusätzlich absichern, wird die Bürgerkarte empfohlen. Diese kann man als Chipkarte mit Signatur bei verschiedenen Anbietern zu einmaligen Anschaffungskosten plus einer jährlichen Gebühr erwerben. Außerdem ist ein Lesegerät plus zusätzliche Software für den PC nötig. Banken unterstützen derzeit gemeinsam mit dem Finanzministerium jedes Lesegerät mit je fünf Euro. Die per Gesetz technologieunabhängige Bürgerkarte ist mit der A1 SIGNATUR auch für das Mobiltelefon verfügbar. In Linz ist zum Beispiel für die Entrichtung der Kommunalsteuer eine digitale Signatur vonnöten, während in Wien auf diese verzichtet wird.

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Im März 2017, kurz nach seinem 67. Geburtstag, wird Karl Sevelda den Vorstandsvorsitz bei der RBI zurücklegen, die er in den letzten vier Jahren erfolgreich schrumpfte. Er war sein ganzes Berufsleben lang Banker bei CA und Raiffeisen, unterbrochen von einem Ausflug zu FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger (1983-85).

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