Die Stunde der Steirermen

Die Grazer Wechselseitige schnupft die Bank Burgenland. Zweck der Übung: Kundenfang im Burgenland und eine saftige Steuerersparnis aus BaBu-Verlustvorträgen. Doch wer steckt eigentlich hinter dem elitären Grawe-Verein?

Am Donnerstag ließ Othmar Ederer die Korken knallen. Der zwölfköpfige Aufsichtsrat der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG (Grawe) versammelte sich zu einer historischen Sitzung in der Firmenzentrale in der Grazer Herrengasse 18–20. Dort ließ der 55-jährige Grawe-General Ederer von seinen Kontrolloren den größten Deal in der 178-jährigen Unternehmensgeschichte absegnen: den Kauf der landeseigenen Bank Burgenland. Schlappe 100,3 Millionen Euro werden die Steirer für „die sinnvolle Ergänzung unseres Bankenportfolios“ (Ederer) zahlen.

Der langersehnte Verkauf der skandalumwitterten Landesbank sorgte nicht nur bundesweit für Schlagzeilen, sondern wirft auch viele Fragen rund um den Käufer Grawe auf. Wer steckt hinter dem Finanzkonglomerat, wieso kaufen die konservativen Grazer eine burgenländische Skandalbank, und ist der Preis dafür überhaupt gerechtfertigt? FORMAT analysiert die Hintergründe der spektakulären Übernahme.

„Unser Angebot basiert auf einer sorgfältigen Due Diligence der Bank Burgenland“, sagt Grawe-Boss Ederer, „der Kaufpreis von 100,3 Millionen Euro ist gerechtfertigt.“ Der Privatisierungsberater des Landes Burgenland, die deutsche Investmentbank HSBC Trinkaus & Burkhardt, führt die Grawe sogar als Bestbieter.

„Die Bank wurde zu billig verkauft“, widerspricht Sergej Klyuyev. Das tatsächliche Grawe-Offert unter Berücksichtigung der vom Land zu übernehmenden Immobilien macht laut dem Sprecher des ukrainischen Konkurrenten sogar nur 75 Millionen Euro aus. Sein Fazit: Die mit 87 Millionen Euro Eigenkapital ausgestattete Bank Burgenland wurde zum Schnäppchenpreis verhökert.

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