Die Sacher Ladys zeigen Ihre Nobelherberge

Anlässlich der Sacher-Neueröffnung zeigen Elisabeth und Alexandra Gürtler, wie sie die Nobelherberge fit machen fürs 21. Jahrhundert und den immer anspruchsvolleren Fünfsterne-Gast.

Es riecht noch nach frischer Farbe. Es stehen noch ein paar Leitern herum. Und das Personal wirkt noch nicht völlig entspannt. Kein Wunder, das Wiener Nobelhotel Sacher wurde drei Monate lang generalüberholt – jetzt strahlt es in neuem Glanz. „Eine mörderische Arbeit“, atmet Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler kurz durch, aber noch nicht auf. Fix und fertig ist die Traditionsherberge nämlich erst im Spätsommer 2005.

Immerhin: Seit letztem Montag kann Herr Willi, der Portier, wieder Gäste aus aller Welt auf ihre Zimmer führen. Achtzig sind bereits fertig, 148 werden es nach dem großen Umbau-Finale sein. Stolze 40.000 Euro kostet jedes einzelne das Unternehmen.

Eines ergab während der Renovierungsarbeiten das andere: So wurde, um den potenziellen Gästezuwachs aufnehmen zu können, der etwas düstere, verwinkelte Eingangsbereich mit hellem Marmor zu einem einladenden Foyer erweitert. Das Interieur wurde bei dem französischen Innenarchitekten Yves-Pierre Rochon in Auftrag gegeben. Erster Eindruck beim Lokalaugenschein: Prunk statt Patina.
Auch im Café Sacher servieren die Herren Ober schon wieder Melange und die Spezialität des Hauses: Sachertorte. Laut Elisabeth Gürtler „unser bester Werbeträger, der weltweite ,door opener‘ unseres Hauses“. Das schokoladige Herzstück des Konzerns verkauft sich 350.000-mal im Jahr und bringt ein Drittel des 40-Millionen-Euro-Umsatzes.

Ein Gutteil der in den Sacher-Umbau investierten 35 Millionen Euro sei freilich in „kaum sichtbare, längst fällige Reparaturarbeiten“ und Annehmlichkeiten geflossen, die das auf sechs benachbarte Immobilien verteilte Hotel fit für das 21. Jahrhundert machen: stärkeres Fundament, schnellere Lifte, bessere Klimaanlage, Fernwärme, ISDN-Leitungen, kleines Spa ganz oben, Gourmetküche im Keller.
Derart gerüstet wollen die beiden Sacher-Geschäftsführerinnen Elisabeth und Tochter Alexandra Gürtler künftig vom boomenden Städte- und Wochenendtourismus – „im oberen Preissegment“ – profitieren. „Durch die Ostöffnung ist Wien wieder ins Zentrum Europas gerückt. Unsere Nachbarn sind reiselustig und haben Nachholbedarf“, analysiert die 54-jährige Seniorchefin, die auch das Sacher Salzburg leitet und Anteile am Hotel Astoria in Seefeld (Tirol) hält. „Die Menschen sind heute eben mobiler, und es gibt überall in Europa eine reiche Erbengeneration, die gerne reist und im Fünfsternebereich logiert.“

Die ganze Story und das Interview mit Elisabeth Gürtler lesen Sie im neuen FORMAT

Im März 2017, kurz nach seinem 67. Geburtstag, wird Karl Sevelda den Vorstandsvorsitz bei der RBI zurücklegen, die er in den letzten vier Jahren erfolgreich schrumpfte. Er war sein ganzes Berufsleben lang Banker bei CA und Raiffeisen, unterbrochen von einem Ausflug zu FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger (1983-85).

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