Der Mann mit dem goldenen Schnitt: Mirko Kovats, Österreichs härtester Tycoon

Er kassierte durch den Verkauf seiner VA- Tech-Aktien 74 Millionen Euro. Nun will der sagenumwitterte Mirko Kovats zum Großindustriellen aufsteigen.

Interessante Neuigkeiten für Ehefrau Ulrike, 39, sowie die beiden Söhne Sebastian, 6, und Tobias, 4: Mirko Kovats ist dieser Tage zur Erkenntnis gelangt, dass sein im Süden Wiens gelegener „Fertigteilbungalow mit 200 Quadratmetern Wohnfläche und ohne Garage für eine vierköpfige Familie etwas zu klein ist. Ich werde mir also ein schönes, großes Haus bauen.“

Um das nötige Kleingeld muss sich Kovats spätestens seit vergangenem Sonntag keine Sorgen mehr machen, als der 56-jährige Industrielle einen Deal der Superklasse finalisierte: Gemeinsam mit seinem engen Weggefährten Ronny Pecik, 42, trennte er sich von insgesamt 2,36 Millionen Stück Aktien des Technologiekonzerns VA Tech und löste damit in der heimischen Industrie sowie in der Wirtschaftspolitik prompt ein Erdbeben aus.

Siemens Österreich will den Milliardenkonzern nun ganz schlucken und zahlte für das in der Victory AG von Kovats und Pecik gebunkerte Paket 55 Euro je Aktie – in Summe 141 Millionen Euro.

Die Rechnung des Superdeals im Detail: Das Duo steigt im Mai des Vorjahres bei einem Kurs von 23,50 Euro ein und bezahlt dafür 55,3 Millionen Euro, 40 Millionen davon finanziert durch die Raiffeisenbank St. Gallen. Nach mehreren Transaktionen erhöht sich das eingesetzte Kapital um gut sechs Millionen, dazu kommen weitere sechs Millionen für Kreditzinsen – macht in Summe einen Einsatz von insgesamt 67 Millionen.

Nun cashen Kovats und Pecik von Siemens 55 Euro je Aktie, in Summe 141 Millionen. Das ergibt, nur knapp 18 Monate später, einen Reingewinn von exakt 74 Millionen (in alten Schilling: 1,018 Milliarden) – noch dazu steuerfrei, weil das Paket mehr als ein Jahr lang gehalten wurde.

Kovats, der mit seiner A-Tec-Gruppe heuer bereits eine Milliarde Euro Umsatz anpeilt, über den Verwendungszweck der vielen schönen Millionen: „Wir werden sicher wieder in Unternehmen investieren. Weder Ronny Pecik noch ich brauchen einen Porsche oder Ferrari. Dazu sind wir zu alt“. Pecik assistiert: „Ein Deal wie das Siemens-Offert für die VA Tech ist erstmalig in Österreich. Wir haben geholfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen.“

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PLUS: Der Industrielle Mirko Kovats im FORMAT-Interview über den VA-Tech-Deal, seinen Frust über die Politik und den Vorwurf der Unberechenbarkeit

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