Das letzte Paradies:
Die Privilegien der BA-CA-Banker

BA-CA-Chef Erich Hampel will den Privilegiensumpf in seiner Bank trockenlegen. Der Betriebsrat wehrt sich vehement.

Eigentlich wollte sich Hedwig Fuhrmann heuer eine längere Auszeit gönnen. Auf dem Sommerprogramm der 51-jährigen Betriebsratsvorsitzenden der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) stand vor allem eines: die Erholung von den Strapazen einer Meniskusoperation. Doch für ausgedehnte Bettruhe wird die rekonvaleszente Powerfrau kaum noch Zeit haben. Denn die Diskussion um die Reform des teuren BA-CA-Dienstrechts eskaliert– womit der frontale Zusammenstoß zwischen BA-CA-Vorstand und -Betriebsrat programmiert ist. Fuhrmann, kämpferisch: „Die Grenzen des Zumutbaren sind endgültig erreicht.“

Was die mächtige Bankgewerkschafterin in Rage versetzt: BA-CA-General Erich Hampel und sein für Personalfragen zuständiger Stellvertreter Wolfgang Haller nehmen nun das Allerheiligste der Bank ins Visier: das seit 35 Jahren bestehende, zwischen Vorstand und Betriebsrat paktierte BA-CA-Dienstrecht – die legendäre „BV69“. BA-CA-Boss Hampel: „Die geltende Betriebsvereinbarung aus dem Jahr 1969 ist nicht mehr zeitgemäß. Wir haben dem Betriebsrat daher einen Vorschlag für eine umfassende Reform vorgelegt. Am Ende soll ein modernes, leistungsorientiertes Dienstrecht herausschauen.“ Fuhrmann, trocken: „Ob unter diesen Rahmenbedingungen wirklich faire Verhandlungen noch möglich sind, kann ich derzeit nicht beurteilen.“

Eines steht schon vor dem großen Schlagabtausch fest: Das letzte Privilegien-Paradies Österreichs steht vor dem Aus. Das dynamische Duo Hampel & Haller ist nämlich wild entschlossen, den Privilegiensumpf an Zulagen, Zuschüssen und diversen Zuckerln für BA-CA-Mitarbeiter endgültig trockenzulegen.

Tatsächlich bietet die 235 Seiten starke, FORMAT exklusiv vorliegende BA-CA-Charta „BV69“ eine enorme Angriffsfläche für Kritiker. Immerhin finden sich dort Goodies, von denen viele Branchenkollegen nur träumen können: Zusätzlich zum regulären Monatsfixum, das je nach Gehaltsstufe und Verwendungsgruppe zwischen 1.307,42 Euro und 6.229,96 Euro liegt, kommen diverse „BV69“-Zulagen hinzu.

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