Das große FORMAT-Manager-Barometer

Erste-Bank-Chef Andreas Treichl übernimmt im von OGM regelmäßig erhobenen FORMAT-Managerbarometer hauchdünn die Führung vor Red-Bull-Gründer Mateschitz.

An der Spitze des FORMAT-Managerbarometers geht es extrem knapp zu: 86 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut OGM in den letzten Tagen befragten österreichischen Opinion-Leader halten Erste-Bank-Chef Andreas Treichl für einen erfolgreichen Firmenlenker – drei Prozentpunkte mehr als vor drei Monaten. 85 Prozent haben dieselbe hohe Meinung von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz – im Oktober vorigen Jahres waren es 88 Prozent.

Effekt der leichten prozentuellen Verschiebungen, die innerhalb der statistischen Schwankungsbreite liegen: Bankchef Treichl übernimmt von Mateschitz die Position der Nummer eins im Managerbarometer, das FORMAT seit Herbst 2003 regelmäßig alle drei Monate veröffentlicht.

Die OGM-Umfrage spiegelt die Einschätzung der heimischen Topmanager durch eine Stichprobe österreichischer Meinungsbildner aus allen Gesellschaftsbereichen wider – von Politik über Wirtschaft, Kultur, Sport und Wissenschaft bis zu kirchlichen und sozialen Einrichtungen. Das Ranking beruht daher nicht auf direkt messbaren Kriterien wie etwa Jahresgewinn oder Umsatzsteigerung, sondern darauf, ob ein Spitzenmanager in der Öffentlichkeit als erfolgreich wahrgenommen wird. Manager mit PR-Talent und ohne Berührungsängste zu Medien tun sich dabei naturgemäß leichter. Voraussetzung für einen Spitzenplatz sind aber auf jeden Fall langjährige herausragende Leistungen und strategisches Geschick als Unternehmenslenker – Qualitäten, die von den Erstplatzierten eindrucksvoll bewiesen wurden.

Konzernstrategen mit Pionierqualitäten an der Spitze. So gelang es Andreas Treichl, die Erste Bank binnen weniger Jahre von einer biederen Stadtsparkasse in einen Bankkonzern europäischen Zuschnitts mit fast zehn Millionen Kunden zu verwandeln. Seine Erfolgsstrategie, für die ihn der „trend“ zum „Mann des Jahres“ kürte – und durch diese mediale Präsenz möglicherweise für die entscheidenden Zehntelprozentpunkte im Ranking sorgte –: der von vielen Skeptikern zunächst als zu riskant eingeschätzte Kauf von Retail-Banken in den Reformländern Tschechien, Slowakei, Kroatien und zuletzt in Ungarn. Die Ernte fährt Treichl jetzt ein: Mehr als 50 Prozent des Jahresgewinns 2003 stammen von den Osttöchtern.

Den ganzen Artikel sowie das komplette Ranking finden Sie im neuen FORMAT.

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