Billas neuer Big Boss

Der Handels-Quereinsteiger Martin Lenz ist neuer Chef der Rewe Austria. Er muss den Billa-Konzern gegen Spar und die Diskonter neu positionieren.

Ein Quereinsteiger? Lange war diese Idee in der hemdsärmeligen Branche der Lebensmittelhändler unvorstellbar, besonders, wenn es um die Besetzung einer Spitzenposition ging. Jetzt wird ausgerechnet Martin Lenz, 55, Vorstandssprecher der Rewe Austria (Billa, Merkur, Mondo/Penny, Emma). Zuletzt hat er für die im Eigentum von Manfred Swarovski stehende Swarco (Verkehrsleit- und Straßenmarkierungssysteme) gearbeitet, davor für den Kunstfaserhersteller Lenzing AG. 2003 war er sogar als ÖBB-Vorstand im Gespräch gewesen.

Entsprechend groß war die Überraschung, als Rewe Austria die Bestellung Mittwoch früh bekannt gab. „Der Name sagt uns nichts“, meinte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann, auch Handelsprofessor Peter Schnedlitz und Branchenanalyst Hanspeter Madlberger (Key Account) zuckten die Schultern. Selbst Amtsvorgänger Veit Schalle schüttelt den Kopf: „Martin Lenz? Da erwischen Sie mich am falschen Fuß. Ich kenne ihn nur dem Namen nach.“

Doch die Zeiten haben sich geändert. „In der Handelsbranche ist nichts mehr beim Alten. Quereinsteiger bringen frischen Wind und neue Ideen“, meint Manfred Berger von der Handelsberatungsfirma FCB-Retail. Beides muss der Vorarlberger Lenz mit bisherigem Arbeitsplatz am Blattenwaldweg 8 im Tiroler Wattens ab 1. November in der Wr. Neudorfer Rewe-Austria-Zentrale einbringen – und das möglichst üppig und rasch. Denn Lenz übernimmt die Nummer eins am österreichischen Lebensmittelmarkt in einer Phase, in der dem von Karl Wlaschek gegründeten Unternehmen die rollenden Angriffe des ehrgeizigen Spar-Chefs Gerhard Drexel, der Sturmlauf der Diskonter Hofer, Zielpunkt und Lidl sowie schleichende Imageverluste arg zusetzen.

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