Bahnwärter Huber

Baumanager Martin Huber ist der künftige Bahn-General. Er muss einen Haufen Probleme von den Schienen räumen, bevor der Zug abfahren kann.

ÖBB-intern macht derzeit ein heiteres Gerücht die Runde. Danach will Aufsichtsrats-präsident Wolfgang Reithofer, im Hauptberuf Chef des Wienerberger-Konzerns, den Sitz der neuen ÖBB-Holding aus der Innenstadt in die Twin Towers am Wienerberg übersiedeln. Die Bahnvorstände müssten zu den häufigen Meetings mit ihrem Präsidenten nicht mehr ständig quer durch Wien kutschieren. Pikantes Detail: Auch Ex-ÖBB-General Helmut Draxler, jetzt Boss der RHI-Gruppe, residiert im gleichen Bürokomplex.

Ein Umzug würde den am Donnerstag bestellten künftigen General der ÖBB-Holding, Martin Huber, und Finanzvorstand Erich Söllinger betreffen. Der gebürtige Welser Huber, 44, setzte sich im Poker um den obersten Bahnwärter knapp gegen den von Teilen der FPÖ favorisierten Asfinag-Chef Walter Hecke durch. Die gesamte ÖBB-Spitze – Huber, Söllinger und Reithofer – ist damit tiefschwarz. Der parteilose, aber ÖVP-nahe Martin Huber, studierter Betriebswirt, sitzt seit 1. März 2003 im Vorstand des heimischen Porr-Baukonzerns.

Als solcher bringt er Erfahrung mit Großprojekten mit, laut Staatssekretär Helmut Kukacka die ideale Qualifikation: „Infrastruktur ist der wichtigste Bereich, dort fließt das meiste Geld. Der Holdingchef muss deswegen der Infrastruktur Bau AG genau auf die Finger schauen.“ Ein ÖBB-Kontrollor erklärt: „Wie im Baugeschäft üblich, dreht Huber jeden Euro dreimal um. Genau so einen brauchen wir.“

Infrastrukturminister Hubert Gorbachs Urteil: „Huber kommt aus Konzernstrukturen, die jenen der ÖBB sehr ähnlich sind. Er hat ein gutes Alter und steht voll im Saft.“
So chaotisch wie bei den Bundesbahnen sind die Strukturen der Porr freilich mit Sicherheit nicht. Mit seinem Antritt am 2. November wird Martin Huber auf eine völlig verunsicherte Mannschaft treffen – und auf permanenten Politeinfluss. Ein abenteuerlicher Postenschacher um die zahlreichen Vorstandspositionen für die neue Struktur (siehe Kasten links) hält das Unternehmen seit Monaten in Atem. Aufsichtsrat Niki Lauda trat wegen der politischen Absprachen sogar zurück.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Wirtschaft

Neues Samsung-Smartphone kommt nach Brand-Debakel später

Donald Trump: Seine Wahl zum US-Präsident Donald hat die US-Börsen beflügelt.

Geld

Mischfonds: Veranlagung für unruhige Zeiten

Wirtschaft

Kompakt: Die Schlagzeilen des Tages