Atlas Weltwirtschaft 2006

Boomendes China, schwächelndes Europa, USA ohne Alan Greenspan: 2006 wird ein spannendes Wirtschaftsjahr. FORMAT analysiert die Brennpunkte der globalen Konjunktur.

Die Seychellen, Simbabwe und Guyana haben eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Von den weltweit rund 180 Staaten mit zumindest minimaler ökonomischer Relevanz sind es die einzigen drei, die 2005 ihre Wirtschaftsleistung nicht steigern konnten. Wie schon 2004, als das globale BIP um mehr als 5 Prozent zulegte, war auch das Vorjahr eine exzellente Periode für die Weltwirtschaft. Das Wachstum erreichte 4,5 Prozent. Von den neun großen Weltregionen schafften sieben ein Wachstum von mehr als 3 Prozent. Einzig Westeuropa und Ozeanien lagen unter dieser Schwelle. Eine annähernd kräftige Expansion liegt immerhin schon 30 Jahre zurück. „Wir befinden uns weltweit gesehen in einem Umfeld sehr dynamischen Wachstums“, bestätigt Karl Aiginger, Chef des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), „das auch 2006 anhalten sollte.“

Tatsächlich gibt es derzeit wenig, was den Konjunkturhimmel trübt. Die Wirtschaftsindikatoren für das heurige Jahr sind überwiegend positiv. Ausgehend von den großen Wachstumsmärkten in Asien steigt die Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern. Auch in der größten Ökonomie, den USA, sind die Konjunkturerwartungen trotz leicht abgeschwächter Dynamik positiv. Die beiden wichtigsten Treiber des weltweiten Wachstums dürften somit weiterhin für Schwung sorgen. 2005 konnte die globale Wertschöpfung um 1.520 Milliarden Dollar gesteigert werden. Ein Drittel davon entfiel auf die USA, ein Drittel auf China und Indien, aber nur ein Sechstel auf Europa. Der Wachstumsrückstand der Eurozone wird sich heuer jedoch verringern. Nach 1,5 Prozent BIP-Plus 2005 erwartet das Institut für Höhere Studien (IHS) für heuer einen Zuwachs von 2,25 Prozent.

Auch was die Inflation betrifft, stehen die Ampeln für die Weltkonjunktur auf Grün. Die Teuerungsrate wird trotz exzessiver Rohstoffpreise niedrig bleiben. Der Grund: Globale Überkapazitäten im Produktionsbereich und die Verlagerung von Industrien in Billiglohnländer sorgen für einen derart scharfen Wettbewerb, dass die Unternehmen in vielen Sektoren kaum Chancen haben, die gestiegenen Kosten auf den Konsumenten abzuwälzen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Kommentar
Hannes Androsch, 76, wurde vom Kanzler beschieden, er würde auf einem Parteitag keine zehn Stimmen bekommen. Ein Irrtum.

Standpunkte

Hannes Androsch: Plan A im Check - warum er klappen muss

Kommentar
Martin Ohneberg (li), Michael Tojner

Standpunkte

Zwei Unternehmer mit einem offenen Brief an die Regierung

Wirtschaft

Kompakt: Die Schlagzeilen des Tages