Arbeitszeit: Jobkiller Überstunden?

Die Wirtschaft gibt den Kampf um die Flexibilisierung nicht auf. VP-Minister Bartenstein will das Arbeitszeitgesetz entrümpeln. Endziel bleibt: weniger Überstunden.

Am Montag dieser Woche prallten im Büro von Minister Martin Bartenstein zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite des Tisches die Wirtschaft, vertreten von IV-Präsident Veit Sorger und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Ihre Forderung: längere, möglichst flexible Arbeitszeiten sowie das Abschaffen von Überstunden – und das möglichst per Gesetz. Auf der anderen Seite die Arbeitnehmer, vertreten durch ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Seine Antwort: Was die Wirtschaft da plane, komme einem „Lohnraub“ gleich, die Gewerkschaft werde da sicher nicht mitspielen. Das Gesetz sei nicht akzeptabel. Einige Teilgewerkschaften hatten sogar mit Streik gedroht.

Das Ergebnis des Gipfels: Ein Gesetz zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten wird es nicht geben. Die Überstunden sollen dennoch abgeschafft werden, zumindest teilweise. Jetzt halt im Rahmen der Kollektivverträge. Wirtschaftsminister Bartenstein: „Mein Ziel ist es, einen deutlichen Flexibilisierungsschub über die Kollektivvertragsverhandlungen zu bekommen auf Basis des derzeitgen Arbeitszeitgesetzes.“

20.000 neue Jobs durch Flexibilisierung. Denn eines steht fest: Aus Sicht der Unternehmen heißt weniger Überstunden schlicht eine höhere Produktivität und damit größere Wettbewerbsfähigkeit. Die Rechnung dahinter: Rund zwei Millionen Überstunden machen Österreich Angestellte und Arbeiter jährlich. 11 Euro muss ein Unternehmen im Schnitt für eine normale Arbeitsstunde zahlen, 16 Euro 50 Cent für eine 50-prozentige Überstunde. Wenn sich die Wirtschaft dank flexiblerer Arbeitszeiten den Überstundenzuschlag von 5,50 Euro spart, macht das im Jahr eine Ersparnis von über einer Milliarde Euro, hat die Arbeiterkammer errechnet. Doppelt so viel wie die erste Stufe der Steuerreform.

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