Tech-Rally 2.0 - Nasdaq zieht am All-Time-High vorbei

Tech-Rally 2.0 - Nasdaq zieht am All-Time-High vorbei

Die Tech-Unternehmen haben Hochkonjunktur und überbieten an der Technologiebörse Nasdaq das Alltime-High aus dem Jahr 2000.

Technologieunternehmen zählenden derzeit zu den Gewinnern an den Weltbörsen. Spekulanten fahren auf die Tech-Werte ab, die fette Gewinne einfahren. Der Nasdaq-Index hat einen neuen Höchststand erreicht. Fed-Chefin Janet Yellen dürfte nicht ganz unbeteiligt sein, wenn die Kurse der Tech-Companys weiter anziehen.

Die einen sagen, sie zaudert und zögert, die anderen sagen sie führt ihren Weg konsequent fort. Und erhöht wieder einmal die Zinsen nicht: Einfacher Grund: Sie sieht keine Veranlassung. Die Rede ist von US-Notenbankchef Janet Yellen, auf deren Mitteilungen freilich die Börsen immer reagieren. Auch wenn nichts entschieden wird, also der Zins unverändert bleibt, wie es am Mittwoch geschehen ist.

Vorläufig gibt es also keine Zinswende, was die Aktienanleger motiviert. Von vier Ende des Vorjahres avisierten Zinsschritten wird es wohl nur einen geben. Der Leitzins bleibt im Bereich 0,25 bis 0,5 Prozent. Fed-Chefin Yellen und ihr Stellvertreter William Dudley sowie fünf Teilnehmer stimmten gegen eine sofortige Zinserhöhung, drei stimmten allerdings dafür. Eine kleine Überraschung, das das Votum der Notenbanker üblicherweise einstimmig erfolgt.

Was den Börsen dennoch Schwung mitgibt. Von Verunsicherung der Märkte ist seit der Fed-Sitzung am Mittwochabend keinesfalls die Rede. Vor allem den Notierungen an der US-Technologiebörse Nasdaq in New York hatte die "Nicht-Entscheidung" Yellens genutzt. Seit Februar ging es aufwärts, wenngleich im Sommer es noch immer einige Bedenken gab, die Kurse könnten wieder auf Talfahrt gehen.

Besser als im Jahr 2000

Der Nasdaq Composite , der die Aktienkurse von über 3000 Tech-Unternehmen abbildet, hat nach dem Auftritt von Fed-Chefin Yellin gleich am Donnerstag wieder angezogen und das All-Time-High aus dem Jahr 2000 diese Mal endgültig übersprungen. Zum Wochenschluss am Freitag notierte der Nasdaq Composite mit 5323,73 Punkte zwar um 0,3 Prozent unter dem All-Time-High am Donnerstag. Aber immer noch über dem bisherigen Höchststand von 5132 Punkten im Mai des Jahres 2000. Der Nasdaq-100 brachte es damals auf 4816 Punkte. Ab Mitte des Jahres 2000 stürzten die Kurse ab bis zum Tiefstand im Jahr 2002 als der Nasdaq-100 knapp über 900 Punkte notierte und somit den Tiefstand erreichte. Die sogenannte Dotcom-Blase war geplatzt.

Die Rally war schon zu Jahresbeginn fast auf Rekordkurs, wurde aber im Februar unterbrochen, als die Techwerte zwischenzeitlich auf Talfahrt gingen bis auf knapp über 4100 Punkten. Seit Jahresbeginn konnte der Nasdaq-100 somit insgesamt um 6,8 Prozent zulegen. Auf fünf Jahre gerechnet steht ein Plus von über 120 Prozent, über die vergangenen drei Jahre ein Gewinn von 51 Prozent.

Dieses Mal sind die Vorzeichen jedoch anders als im Jahr 2000: Die Technologie-Unternehmen, vor allem Schwergewichte wie Apple (US0378331005), Google (US38259P5089), Microsoft (US5949181045), Adobe (US00724F1012) oder Facebook (US30303M1027) werfen Milliardengewinne ab. Und zwar Quartalsweise. Ihre Geschäftsmodelle sind gereift und erfreuen mittlerweile auch die Aktionäre.

Im Gegensatz zu den Jahren rund um die Jahrtausendwende zahlen sie nun auch großteils Dividende an ihre Aktionäre aus. Doch nicht nur die Internetgiganten, sondern auch Softwarefirmen quasi in der "zweiten Reihe" fahren kräftige Gewinn ein.

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Weiter Luft nach oben

Auch wenn die Nasdaq zum Wochenschluss wieder leicht schwächer notiert, dürfte der Schwung anhalten. Schon im Sommer wurde von einer Tech-Rally gesprochen. Wie lange die Tech-Rally anhält, darüber wollte sich im Sommer kaum jemand festlegen. Charttechnisch hatten die Indices noch nicht den Widerstand überboten, was nun aber der Fall ist.

Selbst Twitter (US90184L1026) konnte wieder aufzeigen. Verkaufsgerüchte katapultierten den Kurzmitteilungsdienst am Freitag mit einem Kursplus von 22 Prozent geradezu in die Höhe - wenngleich Twitter nicht zu den Gewinnbringern zu zählen ist.

Die Tech-Branche ist weiterhin im Aufschwung. Ein Ende der Aufwärtsbewegung scheint dabei erst in Sicht, wenn die US-Notenbank Fed die Zinsen anhebt, was angeblich noch zum Jahresende 2016 erfolgen soll.

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