Richtig investieren 2017: Fünf Tipps für Anleger

Richtig investieren 2017: Fünf Tipps für Anleger

Selten war die Vorschau in das nächste Jahr von so vielen Fragezeichen geprägt wie Ende 2016. Die Folgen des EU-Austritts Großbritanniens und die Politik des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump gehören dazu. Anleger sollten daher sehr bedacht vorgehen.

Wie wird das nächste Jahr? Wenn etwas gewiss ist, dann, dass man darauf keine ernst zu nehmende Antwort geben kann. Dafür gibt es aus wirtschaftspolitischer Sicht schlichtweg zu viele Unbekannte in der Gleichung. Sowohl national (möglicherweise vorgezogene Nationalratswahlen) als auch international (Brexit, Donald Trump). Ganz zu schweigen von der fortschreitenden Digitalisierung, der Energiewende und sämtlichen damit verbundenen Folgen. Sicher ist momentan nur, dass Anlegern und Investoren ein weiteres Jahr der Veränderung und Unsicherheit bevorsteht.

Wie sollte das Jahr 2017 daher nun aus finanztechnischer Sicht angelegt werden? Am wichtigsten scheint es, Ruhe zu bewahren und Entscheidungen gut überlegt und vor allem mit einem langfristigen Horizont zu treffen. Der Österreichische Verband Financial Planners hat fünf wichtige Grundregeln zusammengefasst, die dabei helfen sollten, finanziell sicher durch das Jahr 2017 zu kommen.

1. Time is Money

Zeit ist Geld, heißt es allerorts. Während aber mit dieser Weisheit üblicherweise zur Eile gemahnt wird, sollte sie in Geldangelegenheiten genau umgekehrt verwendet und auch verstanden werden. Die Empfehlung ist daher: Lassen Sie sich Zeit.

Gerade wenn es um die persönlichen Finanzen geht, gilt es, keinesfalls überstürzte Entscheidungen zu treffen. „Konsumenten, die sich – beispielsweise noch kurz vor dem Jahreswechsel – hastig zum Kauf oder Abschluss von Geldanlagen, Krediten oder Versicherungen drängen lassen, erleiden damit nicht selten Schiffbruch“, gibt sich Otto Lucius, Chef des Österreichischen Verbands Financial Planners, kritisch.

Ein seriöser Finanzberater werde seinen Klienten immer dazu raten, zuerst umfassend die finanzielle Ist-Situation zu erheben, dann klare Zielvorgaben zu definieren und erst danach über mögliche Investitionsmöglichkeiten oder Produkte nachzudenken.

2. Langfristig planen und agieren

Um der für 2017 zu erwartenden Unsicherheit an den Kapitalmärkten und der damit einhergehenden Volatilität ein „Schnippchen“ zu schlagen, ist es dringend notwendig, Investitionsentscheidungen mit einem langfristigen Horizont zu planen.

Da das frei verfügbare Vermögen im Rahmen einer langfristigen Planung aber oft auch langfristig gebunden wird, oder ein Aus- beziehungsweise Umstieg zumindest mit hohen Kosten verbunden ist, müssen strategisch denkende Anleger eine realistisch kalkulierte und kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserve zur Seite legen. Wie viel Geld man benötigt ist sehr unterschiedlich. Die Berechnung der Liquiditätsreserve sollte daher auf Basis des persönlichen Lebensstils und eines möglicherweise auch kurzfristig schlagend werdenden Investitionsbedarfs erfolgen. Faustregeln, wie etwa drei Netto-Monatsgehälter, sind eher unbrauchbar.

3. Über den Tellerrand schauen

Das Risiko zu streuen ist eines der Grundprinzipien für erfolgreiche Investoren. Alles auf eine Karte zu setzen kommt einem Glücksspieler gleich, der am Roulette-Tisch permanent auf "Zero" setzt.

Eine Streuung der Investitionen hinsichtlich Anlageklassen, Branchen oder auch Regionen ist gerade für Privatanleger besonders wichtig. Auch Assetklassen abseits der klassischen Finanzinstrumente sowie die persönlichen Lebensumstände sollten in die Betrachtung und Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. Bei der Portfolio-Zusammensetzung und der Produktauswahl über den vielzitierten Tellerrand zu schauen, birgt nicht zuletzt auch substantielles Sparpotenzial, da die Kosten und Spesen von vergleichbaren Finanzprodukten oftmals stark variieren.

4. Den Herdentrieb Herdentrieb sein lassen

Private Investoren neigen dazu, Rendite zu verschenken oder sogar herbe Verluste einzufahren, indem sie nur das tun, was andere, vor allem professionelle Marktteilnehmer, bereits lang vor ihnen getan haben. Der Herde beziehungsweise der vorherrschenden öffentlichen Meinung folgend, steigen Privatanleger üblicherweise erst dann ein, wenn die „Börsenparty“ bereits vor ihrem Ende steht, und verkaufen danach in die fallenden Kurse hinein.

An den internationalen Immobilienmärkten ist aktuell ein ähnlicher Trend zu beobachten. Anleger sind daher gut beraten, den Herdentrieb so gut wie möglich auszuschalten und nicht ausschließlich prozyklisch zu investieren.

5. Wissen aneignen und auf qualifizierte Experten vertrauen

"Wissen ist der beste Schutz vor unangenehmen Überraschungen“, betont Lucius. Je komplexer sich persönliche Vermögensfragen darstellen, desto wichtiger ist es aber auch, auf die Beratung durch einen kompetenten Experten zu vertrauen.

Neben Fachwissen, Objektivität und Integrität sind es dabei vor allem Zusatzausbildungen und Zertifizierungen – wie etwa jene zum CFP (Certified Financial Partner) - die einen kompetenten Berater auszeichnen.

Der internationale CFP-Standard hat sich mittlerweile auch in Österreich als Benchmark für fundierte und umfassende Finanzberatung etabliert. Berater, die das Gütesiegel tragen, haben eine umfassende Ausbildung absolviert und kommissionelle Prüfungen abgelegt, und sich außerdem einem strengen Ehrenkodex unterworfen und zu ständiger Weiterbildung verpflichtet.

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