Ölpreis sackt ab noch vor dem Treffen der OPEC-Staaten

Ölpreis sackt ab noch vor dem Treffen der OPEC-Staaten

Das "Schwarze Gold" bleibt billig - die großen Erdölförderer wollen mehr produzieren statt die Fördermengen kürzen.

Am Mittwoch wird beim Treffen der Erdöl exportierenden Staaten OPEC in Wien wieder über Fördermengen diskutiert. Es dürfte nur bei Diskussionen bleiben. Einige Mitglieder des Öl-Kartells wollen eher mehr denn weniger Öl fördern. Konkrete Handlungen mit der Fixierung neuer Fördermengen dürften nun doch nicht folgen. Der Ölpreise gehen prompt wieder auf Talfahrt.

Werden sich die OPEC-Länder am Mittwoch auf eine Förderkürzungen einigen, damit der Ölpreis zumindest sich stabilisiert oder wieder steigt? Die Königsfrage scheint bereits am Dienstag beantwortet zu sein. Die Hoffnungen einiger OPEC-Staaten, die Fördermengen zu kürzen, um den Ölpreis zu stabilisieren, haben sich kurz vor dem Treffen des Öl-Kartells wieder zerschlagen.

Was nicht außergewöhnlich ist. Zwar hat sich der Ölpreis seit dem Jahr 2014 geradezu halbiert, vor allem wegen des Überangebots. Saudi-Arabien hatte seither dennoch keinen Handlungsbedarf gesehen - trotz Überangebot gibt es noch immer erhöhte Ölnachfrage. Eine Begrenzung der Fördermenge wäre außerdem die erste Drosselung seit dem Jahr 2008.

War in der Vergangenheit vor allem Saudi-Arabien defensiv, wenn es um die Festlegung von Fördermengen ging, sind es neuerdings der Iran und der Irak, die wenig Interesse haben, dass die Fördermengen neu festgelegt werden. Der Iran will nach dem Wegfall der Sanktionen infolge des Atomstreits eher mehr produzieren, um mit den neuen Erlösströmen die eigene Wirtschaft anzukurbeln und das Geld vor allem in die Erneuerung von veralteter Infrastruktur zu stecken. Auch der Irak braucht unbedingt Geld. Der Kampf gegen die Terroristenmiliz IS und der Wiederaufbau infolge der Kriegsschäden muss finanziert werden.

Saudi-Arabien hatte zuletzt zu erkennen gegeben, dass eine Reduktion der Öl-Fördermengen durchaus in Erwägung gezogen wird. Allerdings waren es genau die Saudis, die in den vergangenen zwei Jahren mit dem Verzicht von Fördermengen zwar einen sinkenden Ölpreis in Kauf genommen haben. Gleichzeitig wurden Konkurrenten aus den USA auf Distanz gehalten. Vor allem für US-Erdölfirmen die mittels Fracking Öl gefördert haben, war die Produktion ab einem Preis unter 60 bis 65 Dollar pro Barrel unprofitabel geworden.

Die OPEC hatte im September eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel in Aussicht gestellt. Im Oktober hatten die OPEC-Länder einen Rekordwert von geschätzten 33,6 Millionen Barrel pro Tag gefördert. Täglich werden weltweit ungefähr 88 Millionen Barrel verbraucht. Und dennoch gibt es unverändert ein Überangebot trotz hoher Nachfrage.

Gleichzeitig wollten die Saudis aber die erhöhte Nachfrage befriedigen und auch bei niedrigem Ölpreis fast unbegrenzt Öl in den Markt bringen.

Das Hauptproblem der derzeitigen Verhandlungen sei der Iran. Saudi-Arabien will angeblich die tägliche Produktion des Erzrivalen bei 3,7 Mio. Barrel festzurren. Teheran besteht dagegen auf 3,97 Mio. Barrel. Das Abtasten der Verhandler im Vortreffen hat aber offenbar zu keinem Ergebnis geführt, das auf eine Einigung zum offiziellen Treffen am Mittwoch hindeutet.

Absacken des Ölpreises

Die Ölpreise reagierten daher am Mittwoch prompt und ging bereits auf Talfahrt. Ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) koste mit 45,38 Dollar um 3,6 Prozent weniger als am Montag. Die Nordseesorte Brent notierte mit 46,55 Dollar um 3,5 Prozent tiefer als zuletzt.

Analysten rechnen damit, dass der Ölpreis wieder unter die Marke von 40 Dollar je Barrel fallen könnte, sollte sich das OPEC-Kartell in Wien nun doch nicht auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen, wie sie im September angekündigt wurde.

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