Erste-Bank-Aktionäre bekommen wieder Dividenden

Erste-Bank-Aktionäre bekommen wieder Dividenden

Die Ergebnisse passen wieder: Erste-Bank-Chef Andreas Treichl verspricht seinen Aktionären Dividenden für 2015 und sogar für heuer.

Anleger der Erste Bank können sich freuen: Das Geschäftsjahr 2015 hat das Finanzinstitut mit einem Nettogewinn von 968 Millionen Euro abgeschlossen, die Bank zahlt eine Dividende von 50 Cent je Aktie aus. Die Aufwertung des Franken hat allerdings das Geschäft in Kroatien und Rumänien belastet.

Wien. Nach einem abschreibungsbedingten Verlustrekord 2014 waren die Aktionäre der Erste Group damals leer ausgegangen. Für 2015 gibt es nun wieder eine Dividende. Und auch für 2016 ist der Vorstand zuversichtlich: die Renditeprognosen für 2016 begünstigen "weitere Dividendenausschüttungen". Für 2015 gibt es eine Dividende von 50 Cent je Aktie. Zum Vergleich: Für 2013 hatte die Erste Group 20 Cent Dividende gezahlt.

Die Bank gehört nach Angaben von Erste-Chef Andreas Treichl zu den wenigen Finanzhäusern, die in dem aktuellen schwierigen Umfeld ihre Kapitalkosten verdienten.

Für das Jahr 2015 weist die Bank einen Nettogewinn von 968,2 Mio. Euro aus. Die Bilanz 2014 hatte unterm Strich (adaptiert) einen Verlust von 1,382 Mrd. Euro ergeben. Positiv wurden an der Börse die von der Erste Group gemeldeten Zahlen und die angekündigte Dividendenausschüttung aufgenommen. An der Wiener Börse notierten Papiere der Bank am Freitag gegen 9.40 Uhr um 3,38 Prozent fester auf 25,42 Euro.

Frankenaufwertung belastet

Extra zu verdauen hatte die Bank 2015 aber Sonderlasten im Kreditgeschäft in Kroatien und in Rumänien. So musste die Erste für den Zwangsumtausch von Frankenkrediten in Kroatien viel Geld zur Seite legen, was im abgelaufenen Jahr rund 129,5 Mio. Euro gekostet hat und der dortigen Tochter einen Verlust einbrachte. Nach Konsumentenschutzklagen in Rumänien - wo gerade um Zinsberechnungen gestritten wird - mussten 101,6 Mio. Euro eingestellt werden.

Der Stand an faulen Krediten lag 2015 auf dem tiefsten Stand seit Mitte 2010. Der Anteil der notleidenden Kredite an allen Kundenkrediten (Non-performing-loan-Quote/NPL) sank auf 7,1 Prozent (Vorjahr: 8,5 Prozent), berichtete die Bank am Freitag zur Vorlage der vorläufigen Ergebnisse 2015. Die Kreditrisikovorsorgen lagen für das Geschäftsjahr per Saldo bei 666,5 Mio. Euro, nach mehr als 2 Mrd. Euro im Jahr davor.

Das anhaltende Tiefzinsumfeld hat den Zinsüberschuss als wichtigsten Ergebnisbringer von 4,495 auf 4,445 Mrd. Euro gedrückt. Der Provisionsüberschuss sank leicht, ebenso das Handelsergebnis. Die Verwaltung (Betriebsaufwand) hat indes etwas mehr gekostet. Damit sank das Betriebsergebnis um 6,1 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro.

Die Bilanzsumme stieg - vor allem nach Zuwächsen im Kundenkreditgeschäft - auf 199,7 (196,3) Mrd. Euro. Auch die Kundeneinlagen legten zu.

Turnaround in Rumänien

In Osteuropa hat die lange Jahre Verluste schreibende Bank in Rumänien nach Erste-Angaben den Turnaround geschafft. Im Teilkonzern Banca Comerciala Romana/BCR gab es nach einem Vorjahresverlust von 554,7 Mio. Euro im Jahr 2015 einen Nettogewinn von 178,7 Mio. Euro. In Rumänien hatte die Bank in den letzten zwei Jahren den Abbau fauler Kredite beschleunigt, was auch hohe Abschreibungen bedingt hatte. 2015 gab es von dort hohe Eingänge abgeschriebener Forderungen.

Die Ungarn-Tochter der Ersten hat den Jahresverlust von 330,6 Millionen auf 72,6 Mio. Euro deutlich zurückgefahren. Dort waren im Jahr davor hohe Kreditkosten angefallen. In Kroatien belief sich der Verlust auf 45,5 Mio. Euro.

In der kleinen Serbien-Bank hat der Vorjahresverlust in einen Gewinn gedreht. Gewinnsteigerungen gab es in der Slowakei (Slovenska Sporitelna), wo das Nettoergebnis um 3,2 Prozent auf 184,4 Mio. Euro angestiegen ist. Die große tschechische Tochter (Ceska Sporitelna) lieferte für die Erste Bilanz mit 490,6 Mio. Euro etwas weniger Profit als im Jahr davor (506 Mio. Euro). Im Österreich-Geschäft gab es höhere Gewinne. Die Erste Bank Österreich samt Töchtern legte beim Nettoergebnis um 7,3 Prozent auf 230 Mio. Euro zu.

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